Nichtraucher Werden.

Endlich das Rauchen dauerhaft aufgeben.

Rund sechs Millionen Tote jÀhrlich durch das Rauchen von Zigaretten sind nach einer Langzeitstudie weltweit zu beklagen. Davon sterben allein in Deutschland etwa 150.000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum.

Und es ist immer noch nicht erkennbar, dass sich daran etwas grundlegend Àndert.

Das Statistische Bundesamt hat herausgefunden, dass das durchschnittliche Sterbealter von Rauchern infolge von Lungen- und Bronchialkrebs etwa sieben Jahre unter dem mittleren Sterbealter von rund 77 Jahren liegt.

Die Deutschen rauchen am Tag rund 360 Millionen versteuerte Zigaretten und zahlen somit tĂ€glich ĂŒber 50 Millionen Euro in die Bundeskasse ein.

Durch Rauchen allein nimmt der Bund ĂŒber 15 Milliarden Euro jĂ€hrlich ein. Jeder Raucher gibt ĂŒber 1000 Euro im Jahr fĂŒr seinen Nikotinkonsum aus. Etwa 50 Prozent mehr MĂ€nner als Frauen rauchen. Rund dreiviertel der Raucher qualmen jeden Tag 5 bis 20 Zigaretten. Der Nikotinkonsum in Deutschland allein betrug ĂŒber 130 Milliarden Zigaretten, rund 4 Milliarden Zigarren und Zigarillos, ĂŒber 25.000 Tonnen Feinschnitt/Drehtabak und etwa 730 Tonnen Pfeifentabak. Man geht davon aus, dass 25 Prozent der erwachsenen Bevölkerung regelmĂ€ĂŸig raucht. Ein gefĂ€hrlicher Trend hĂ€lt seit langem an: Der Anteil der erwachsenen Raucher nimmt ab, wĂ€hrend immer mehr Jugendliche rauchen. FĂŒr jeden Erwachsenen, der mit dem Rauchen aufhört oder gar an den Folgen des Nikotinkonsums stirbt, fĂ€ngt ein Jugendlicher mit dem Rauchen an. Das durchschnittliche Einstiegsalter der Raucher wird immer jĂŒnger und liegt mittlerweile schon bei elf Jahren. Erschreckend ist, dass immer mehr junge MĂ€dchen mit dem Rauchen anfangen. Durch das Rauchen werden in Deutschland jĂ€hrlich 1,5 Millionen Jahre Lebenserwartung zerstört. Allein 90 Prozent der Lungenkrebs-FĂ€lle sind auf Nikotinkonsum zurĂŒckzufĂŒhren. Aber es gibt auch einen positiven Trend. Zu keiner Zeit war die Zahl der Jugendlichen, die noch nie geraucht haben, so hoch. Sie ist stetig von 36 Prozent bis auf rund 50 Prozent angestiegen. Hier hat die umfangreiche AufklĂ€rung ĂŒber den gesundheitlichen Schaden des Rauchens positive Wirkung gezeigt. Die Zahlen zeigen also ĂŒberwiegend, wie schĂ€dlich das Rauchen ist und welche astronomischen Summen dahinter stehen.

Man schĂ€tzt, dass eine Packung Zigaretten zum Preis von etwa fĂŒnf Euro tatsĂ€chlich das Zehnfache, nĂ€mlich ĂŒber 50 Euro kostet – wenn man alle FolgeschĂ€den von direkten und indirekten Gesundheitskosten einrechnet. Und selbst dann fehlen noch Kosten der Passivraucher, der Umweltzerstörung und den Kohlendioxid-Ausstoßes. Nach seriösen Berechnungen betragen die Kosten der medizinisch behandelten FolgeschĂ€den weit ĂŒber zehn Milliarden Euro im Jahr. Und die indirekten Kosten durch ProduktionsausfĂ€lle, frĂŒhzeitige Verrentung Krebskranker und anderer Kranker infolge des Nikotinkonsums sowie die Kosten der Krankenversicherungen gehen weit ĂŒber 25 Milliarden Euro im Jahr.

Warum rauchen Menschen?

Warum rauchen Menschen eigentlich Zigaretten? Ein naheliegender Grund dafĂŒr ist die Neugier Jugendlicher. Sie wollen unbedingt etwas probieren, was Erwachsene oder Jugendliche gleichen Alters auch tun. Es hat etwas Magisches, das GefĂŒhl von Freiheit und Cliquen-Zugehörigkeit. Alles, was verboten ist, ĂŒbt eine gewisse Anziehungskraft aus, es doch einmal zu probieren.

Und es ist doch so leicht, dieses Verbot zu umgehen. Nicht umsonst haben Zigaretten-Automaten in der Öffentlichkeit jetzt einen Zugangsmechanismus ĂŒber Personalausweis oder FĂŒhrerschein. Man versucht halt, die letzten Schlupflöcher zu stopfen. An Kiosken und in GeschĂ€ften darf das Personal keine Zigaretten an unter 18-JĂ€hrige verkaufen. Der Reiz des Neuen, die „schlechten Vorbilder“ in Familie, Freundeskreis und Öffentlichkeit und das strikte Verbot schlechthin lassen Menschen zum GlimmstĂ€ngel greifen. Dazu kommt eine aggressive Werbung, die zwar immer mehr aus den Medien verschwindet, aber dennoch bei Großereignissen wie z.B. der Formal 1 optisch sehr prĂ€sent ist. Gelegentlich sieht man auch noch die hĂŒbschen Girls in knappen Hotpants oder offenen Blusen, die Zigaretten-Proben in FußgĂ€ngerzonen verteilen.

Das kann es aber nicht alles sein, warum Menschen rauchen. Vom Gruppenzwang haben wir schon gesprochen. Man sitzt zusammen mit Kollegen oder Freunden, feiert gemeinsam, trinkt ein Bier – und dann bekommt man eine Zigarette angeboten. Alle rauchen, nur man selbst bleibt außen vor? Der Zwang zum „Mitspielen“ wird ĂŒbermĂ€chtig. Man will schließlich nicht Außenseiter sein und mit dazu gehören. Deshalb greift man wiederwillig zur Kippe und lĂ€sst sich leicht verfĂŒhren. Ein klares Nein dagegen wĂŒrde allerdings mehr Aufmerksamkeit herausfordern. Wow, da ist jemand, der doch tatsĂ€chlich nein sagt! Und eben nicht raucht. Alle anderen wundern sich ĂŒber solchen Mut: in einer Clique dem Gruppenzwang widerstehen. Qualmerei ist bei vielen Teenagern einfach nur „cool“. Dazu rauchen gerade junge MĂ€dchen und Frauen auch, um schlank zu bleiben. Denn Nikotin steigert den Energieumsatz des Körpers und vermindert den Appetit. Daher rĂŒhrt auch die Angst von Rauchern, zuzunehmen wenn sie mit dem Nikotingenuss aufhören. Dazu spĂ€ter mehr.

Weitere GrĂŒnde sind Langweile oder Stress. Man weiß mit sich selbst nichts anzufangen und greift zur Zigarette. Sie können sich selbst nicht sinnvoll beschĂ€ftigen, etwa eine Zeitung lesen oder ein Buch, einen Spaziergang unternehmen oder den Garten pflegen und so weiter. Langeweile ist der Feind allen Übels. Unter Langeweile stopfen wir alles Mögliche in uns hinein und werden ĂŒbergewichtig. Langeweile bringt uns dem Suff nĂ€her, und eben Langeweile lĂ€sst uns auch zur Zigarette greifen. Sie sehen also: Langeweile gilt es zu verhindern. Sie mĂŒssen Ihren Tag klar strukturieren, und wenn Sie sich fĂŒr den MĂŒĂŸiggang entscheiden, aber bitte nicht mit Zigarette. Langeweile bedeutet: Sie wissen nichts mit sich anzufangen. Da ist doch der Nikotingenuss die willkommene Abwechslung. Die Schachtel liegt in der NĂ€he oder Sie haben sie in der Hosentasche, also greifen Sie auch zu. Ihnen ist zwar nicht nach Rauchen, aber Sie haben ja sonst nichts zu tun. Was brauchen Sie also? – Richtig! Action und dauernde Bewegung. Ihr Tagesplan muss ausgefĂŒllt sein von der ersten bis zur letzten Minute. BeschĂ€ftigung verhindert, dass Sie zur Zigarette greifen. Wenn Sie einen Vortrag halten, können Sie nicht rauchen. Wenn Sie einen Waldlauf starten oder den Rasen mĂ€hen, dann ebenso nicht.

BeschĂ€ftigung hilft fast gegen alles, gegen Depression, gegen Gewichtzunahme, gegen erschlaffende Muskeln und gegen das Rauchen. Man muss absehbare Situationen der Langeweile gut vorplanen, etwa lange Autofahrten mit einem Hörbuch oder bei Familienfahrten mit Liedersingen, Fernsehabende mit tollen Dips wie Möhrenstreifen in KrĂ€uterquark. Eine große Gefahr ist langes Arbeiten am Schreibtisch. Sitzen Sie nicht in einem GroßraumbĂŒro, lassen Sie sich etwas einfallen, etwa ApfelstĂŒckchen in einer Schale, einen Tee oder von der Zigarette ablenkende Bilder wie die von Ihrer Partnerin oder den Kindern, denen Sie ja durch ein gesundes Leben noch lange erhalten bleiben möchten. Oft hilft auch ein Kaugummi.

Warum rauchen wir noch? Weil wir Stress haben, greifen wir hektisch zur Zigarette – in dem Trugschluss, dort Beruhigung zu finden. Doch: Das Gegenteil passiert: Die Kippe bringt unseren Körper noch mehr durcheinander, weil sie bestimmte chemische Prozesse auslöst und unseren Organismus durcheinanderbringt. Viel besser wĂ€re es dagegen, bei Stress erst einmal krĂ€ftig durchzuatmen – ohne Nikotin, oder kurz vor die TĂŒr zu gehen und erst einmal wieder „runterzukommen“.

Stress spielt dem Nikotinkonsum in die Arme. Deshalb muss man auf diese Gefahren gut vorbereitet sein. Denn gerade Stress ist einer der hĂ€ufigsten GrĂŒnde, warum Menschen rauchen. Sie wollen diesem Zustand unbedingt entrinnen – und greifen zur Zigarette. Andere nehmen sich eine Tafel Schokolade oder eine TĂŒte GummibĂ€rchen.

Sie rauchen aber auch, weil Sie solche Verhaltensmuster erlernt haben. Damit ist gemeint, dass ein bestimmter Reiz mit dem Rauchen verbunden wird, wie etwa die so genannte „Zigarette danach“, die man nach dem FrĂŒhstĂŒck, nach oder zum Kaffee, nach der Arbeit oder eben auch nach dem Sex raucht. Das ist nichts als ein zur Gewohnheit gewordenes Ritual – und damit so Ă€hnlich wie das ZĂ€hneputzen am Morgen und Abend, wie der Toilettengang oder die Nahrungsaufnahme – also etwas ganz SelbstverstĂ€ndliches, das wir einfach in unseren Tagesablauf einbauen. Wir setzen damit das Rauchen auf die Stufe lebenswichtiger Daseinsvorsorge. Merken Sie, welchen Stellenwert das Rauchen in Ihrem Leben mittlerweile eingenommen hat? – Eine ganz fatale schleichende Entwicklung, die sich aber in der Form bei den Rauchern fest verankert hat. Es gilt also, diesen Automatismus zu knacken. Rauchen darf nicht mehr Teil Ihres natĂŒrlichen Verhaltensmusters sein. Sie mĂŒssen es als etwas UnnatĂŒrliches, als eine schlechte Angewohnheit wahrnehmen. Erst dann sind die Voraussetzungen geschaffen, wirksam aufzuhören mit dem Rauchen.

Ein anderer Grund fĂŒr das Rauchen ist unsere Neugierde und das anfĂ€ngliche Probieren, was dann schnell in eine AbhĂ€ngigkeit gleiten kann. Denn Nikotin kann schnell abhĂ€ngig machen. War es anfangs noch pure Neugier, so findet man Gefallen daran und merkt gar nicht, wie schnell man in die Falle tappt.

So spendiert die Zigarettenindustrie auch bereitwillig kleine PĂ€ckchen mit drei GlimmstĂ€ngeln zur Probe, um die ahnungslosen und verfĂŒhrten Opfer erst auf den Geschmack zu bringen. So lĂ€uft der Verdienst mit der AbhĂ€ngigkeit und dem Nikotin.

Ein weiterer Grund, warum wir rauchen, ist der gesellschaftliche Druck, das BedrĂ€ngen durch unsere Umgebung – außerhalb des Gruppenzwangs, den wir vornehmlich von Jugend-Cliquen kennen. Sie gehen aus, treffen eine neue Partnerin oder Partner und wollen sich nicht dem Rauchen entziehen. Man möchte schlicht dabei sein, es dem anderen gleichzutun, um zu imponieren. Dagegen wĂ€re ein striktes Nein viel imposanter. Oder Sie befinden sich im Kreis Ihrer Kollegen, auf der Weihnachtsfeier oder dem Gartenfest. Vielleicht bietet man Ihnen „nur“ eine Zigarre nach einem FĂŒnf-GĂ€nge-Dinner beim Sterne-Koch an. Da gehört es doch zum guten Stil mitzumachen. Schließen Sie sich da aus, gelten Sie gleich als Außenseiter. Das ist mit gesellschaftlichen ZwĂ€ngen gemeint, die nicht zu unterschĂ€tzen sind – ein hĂ€ufiger Grund also, warum Menschen mit dem Rauchen anfangen.

Andere GrĂŒnde liegen in einer generellen Sucht-Problematik, etwa wenn jemand zu viel Alkohol trinkt oder Drogen konsumiert. Dann kommt meistens noch als „Beigabe“ das Rauchen hinzu.

Auch mit einem zu geringen SelbstwertgefĂŒhl rutschen Sie leicht in den Nikotingenuss ab. Da ist dann das Rauchen fĂ€lschlicherweise Ausdruck von MĂ€nnlichkeit oder SelbstbestĂ€tigung. Solche Menschen sind sowieso labil und leicht lenkbar. Wenn dann jemand mit Qualmen imponiert, ist es leicht, ihm zu folgen. Und man hat etwas, was andere (gottseidank) nicht haben.

So wie es QuartalssĂ€ufer gibt, treffen wir auch auf Gelegenheits-raucher. Die rauchen beim Kartenspiel, beim Bier in der Kneipe oder eben bei besonderen Gelegenheiten. Es gibt tatsĂ€chlich Raucher, die monatelang nicht qualmen und dann plötzlich in einen extremen „Abusus“ (Missbrauch) starten. Das ist Ă€hnlich wie bei Menschen, die sich alle paar Monate mal die Birne so richtig mit Alkohol vollknallen. Man findet solches Verhalten auch bei Menschen in DiĂ€t, die plötzlich eine Fresssucht nach Schokolade befĂ€llt – oder anderem. Die können sich dann nicht zusammenreißen und essen gleich eine ganze Schachtel Pralinen – alles typisches Suchtverhalten.

Neue Trends beim Rauchen

Wir haben schon gehört, dass Raucher ĂŒberall in der Welt auf dem RĂŒckzug sind, beziehungsweise in immer enger werdende RĂŒckzugsgebiete gedrĂ€ngt werden, wo sie anderen nicht mehr schĂ€dlich werden können. Es steht also mehr der Schutz der Nichtraucher im Vordergrund. Wer fĂŒr sich selbst entschieden hat, zu rauchen und damit seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen, soll nicht auch noch andere gefĂ€hrden dĂŒrfen. Deshalb ist das Rauchen aus öffentlichen GebĂ€uden, Kneipen, Bars, Restaurants, Hotels und GaststĂ€tten verbannt. Mittlerweile darf auch nicht mehr auf SchĂŒtzenfesten und anderen Festen in Zelten geraucht werden. Geplant ist sogar, dass spezielle Raucherzimmer in Restaurants und Kneipen oder Raucherkabinen an ArbeitsplĂ€tzen und in FlughĂ€fen verboten werden sollen, auch das Rauchen in Spielkasinos gehört dann dazu. Und dennoch bilden sich vor den TĂŒren von Kneipen, FlughĂ€fen, Bahnhöfen, Festzelten, Hotels und dergleichen mehr Trauben von Paffern im Freien. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann auch das verboten wird. In den USA haben einige Bundesstaaten bereits das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten. Stark diskutiert wird im Moment, ob Raucher in die Krankenversicherung einen höheren (Risiko-)Beitrag einzahlen mĂŒssen. Auch das ist nur noch eine Frage der Zeit, denn die durch Rauchen verursachten Milliarden-Kosten können nicht zu Lasten gesund Lebender auf die Allgemeinheit abgewĂ€lzt werden. Selbst eine Transfergesellschaft kann das nicht auf Dauer ĂŒbernehmen, zumal es auch gegen das Gerechtigkeitsprinzip geht. Die, die nicht rauchen, sollen die SchĂ€den der Raucher bezahlen? Auf Dauer funktioniert das nicht.

Aber die Raucher sind ja erfinderisch und greifen heutzutage schon zur so genannten elektrischen Zigarette. Dieses Produkt haben sich clevere GeschĂ€ftemacher ausgedacht, die die Anti-Raucher-Gesetze genau studierten. Bei der E-Zigarette handelt es sich um ein GerĂ€t, das in seiner Ă€ußeren Form fast wie eine Zigarette aussieht, aber aufgrund seiner elektrischen Bestandteile wie Batterie, FlĂŒssigkeitsampulle und HeizstĂ€bchen schwerer ist. Man nennt sie fĂ€lschlicherweise auch rauchlose Zigarette. Das stimmt aber nicht ganz. Denn der Raucher inhaliert eine Art Nebel oder Dampf, wie er bei Nebelmaschinen entsteht. Und er atmet auch entsprechend Dampf aus. Der hat aber nicht den typischen Geruch von Zigaretten- oder Nikotinrauch. Die Erfinder haben einen in Konsistenz und sensorischer Wirkung Ă€hnlichen Dampf entwickelt, der dem Raucher das GefĂŒhl einer echten Zigarette gibt. Die Funktionsweise lĂ€uft folgendermaßen: Entweder durch Ă€ußeren Druck auf die Zigarette oder aber durch den Saugmechanismus beim Inhalieren springt quasi die E-Zigarette an. Man sieht am Ende einen Glimmstrahl wie bei einer echten, glĂŒhenden Zigarette, und man inhaliert Qualm, aber keinen Nikotinrauch. Es brennt nĂ€mlich nichts wie Feuer bei einer echten Zigarette, sondern ein winziger Heiz-Stab wie bei einem Tauchsieder verdampft FlĂŒssigkeit. Die E-Zigarette enthĂ€lt nĂ€mlich eine kleine so genannte „Liquid-Ampulle“. Und genau um die ist jetzt ein Streit entbrannt. Einerseits soll die FlĂŒssigkeit (die auch Nikotin enthalten kann) oder zumindest einige davon gesundheitsschĂ€dlich sein. Andererseits gibt es immer mehr Forderungen, sie wie ein Medikament zu behandeln und nur durch Apotheken vertreiben zu lassen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat inzwischen den Stoff als Medikament eingestuft. Bei uns finden darĂŒber noch Diskussionen statt. Zurzeit verkaufen diese Ampullen TabaklĂ€den.

Zwei Fragen beschÀftigen die Nutzer der E-Zigarette:

  • Wenn ich bereits nikotinabhĂ€ngig bin, kann mir dann ĂŒberhaupt eine E-Zigarette helfen? – Nein! Denn Sie brauchen ja Nikotin, sonst machen sich bei Ihnen Entzugserscheinungen bemerkbar. Es sei denn, Sie nehmen Kartuschen mit nikotinhaltigen FlĂŒssigkeiten, die es auch gibt.
  • Kann ich eine E-Zigarette in geschlossenen RĂ€umen wie Kneipen oder auch Flugzeugen rauchen? – Jein! Einige Fluggesellschaften erlauben zwar die Mitnahme von FlĂŒssigkeiten fĂŒr E-Zigaretten, verbieten aber das Pseudo-Rauchen wĂ€hrend des Fluges. Ein einheitliches Urteil hat sich noch nicht gebildet, weil auch noch nicht mit letzter Klarheit bestimmt ist, wie die Passivwirkung des Nebels aus E-Zigaretten ist. Es gibt nĂ€mlich FlĂŒssigkeiten, die sehr bedenkliche Stoffe enthalten. Selbst davon kennt man noch nicht genau die Wirkung auf die Lunge des Inhalierenden und noch weniger die Wirkung des ausgeschiedenen Dampfes auf unbeteiligte Nachbarn. Die Kartuschen mit den zu verdampfenden FlĂŒssigkeiten enthalten auch Propylenglykol, Glycerin, Lebensmittel-Aromen. TrĂ€gerflĂŒssigkeit ist zum grĂ¶ĂŸten Teil Propylenglykol, das als Lebensmittelzusatzstoff E 1520 zugelassen ist. Liquide kann man auch mit Nikotin in verschiedenen StĂ€rken bekommen. Es gibt aber auch nikotinfreie und nicht aromatisierte FlĂŒssigkeiten in Kartuschen oder zum NachfĂŒllen in grĂ¶ĂŸeren BehĂ€ltern.

Der Trick bei der Zigarette ist, dass sie nach einem Zug wieder abschaltet. Sie qualmt also nicht weiter vor sich hin. Sie springt immer nur an, wenn ich an ihr sauge. Und dann hat man etwas fast Identisches wie bei einer echten Zigarette: Sie glimmt, wenn ich inhaliere, und man pustet auch Qualm aus. Eine E-Zigarette glimmt aber nicht vor sich hin – und kann dementsprechend auch nicht fĂŒr ZimmerbrĂ€nde verantwortlich gemacht werden. Sie verpestet nicht die Luft, sondern ist immer dann „aktiv“, wenn ich sie brauche. Insofern ist hier auch das Problem des Passivrauchens nicht in der Form wie bei der echten Zigarette gegeben.

Sollten schließlich die Elektrozigarette als Medizinprodukt und die Liquids als Arzneimittel definiert werden, dann mĂŒssten sie die umfangreiche Zulassungsprozedur durchlaufen. Klinische Studienreihen wĂ€ren dabei der grĂ¶ĂŸte Kosten- und Zeitfaktor. Davor fĂŒrchtet sich die Industrie am meisten. Das wird am ehesten durch Ergebnisse von Forschungen festgestellt, die jetzt einsetzen. Nachdem bereits schĂ€digende Wirkungen mancher Liquids vermutet werden, sind erste Warnhinweise im Umlauf. Es gibt Mixturen auf dem Markt, die angeblich sehr gesundheitsschĂ€digend sein können. Hier ist ein Produkt auf den Markt gekommen, das clevere Entwickler auch als Waffe im Kampf gegen immer rigorosere Nichtrauchergesetze sehen. Auch die exzessive Besteuerung von Zigaretten hat ja so manche StilblĂŒte hervorgebracht und macht erfinderisch. Da wird mit HĂŒllen und Rolls getrickst, mit Tabak und Papier, um die hohe Zigarettensteuer zu umgehen. Der Umgang mit dem Gebrauch von E-Zigaretten ist in Deutschland von Bundesland zu Bundesland verschieden. Eine einheitliche Regelung gibt es (noch) nicht. Die FDA in Amerika will sie wie Tabakwaren behandeln. Die Schweiz will E-Zigaretten von der Tabaksteuer befreien. E-Zigaretten im Handel sind relativ frisch. Man kann sagen, dass ihre Bekanntheit erst 2011 so richtig durchstartete.

Unter den neuen Trends beim Rauchen muss an dieser Stelle auch auf den Zigaretten-Schmuggel hingewiesen werden. Einerseits entgehen hier dem Staat Milliarden Steuereinnahmen durch Schwarzmarkt-Zigaretten, die meistens aus osteuropĂ€ischen Staaten wie Polen, der Ukraine, Weißrussland und dem Balkan mit immer trickreicheren Methoden geschmuggelt werden. Über 25 Milliarden Zigaretten werden jĂ€hrlich illegal ins Land gebracht und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Man schĂ€tzt den volkswirtschaftlichen Schaden allein fĂŒr die Bundesrepublik auf ĂŒber sechs Milliarden Euro im Jahr. Der Zoll greift zwar immer mehr illegale Transporte auf, doch da das nur die Spitze des Eisberges ist, kann man erahnen, welche mafiöse Schattenwirtschaft hier am Werk ist.

Andererseits werden seriöse Marken mit Schrottware kopiert. Da werden Weltmarken mit billigstem Tabak und schĂ€dlichen Abfallprodukten gestreckt, nur um noch mehr Gewinn abzuschöpfen. Die Raucher solcher Waren gehen also ein hohes Risiko beim Konsum ein. Diese illegalen Zigaretten unterliegen keiner QualitĂ€tskontrolle. Dem Raucher wird eine seriöse Marke suggeriert, und in Wirklichkeit inhaliert er ein hoch bedenkliches Kraut, billige Streck- und Abfallprodukte. Das ist so, als wenn ich Kokain mit Mehl oder Kleister strecke und diesen gefĂ€hrlichen Schrott dann auch noch spritze. Das kann tödlich sein. Aber das interessiert die Zigaretten-Mafia nicht. FĂŒr die zĂ€hlt nur der grĂ¶ĂŸte mögliche Profit – wie bei allen sĂŒchtig machenden DrogengeschĂ€ften.

FĂŒr die Zukunft ist zu erwarten, dass die Rauchergesetze weltweit noch mehr verschĂ€rft werden, wobei es regionale Unterschiede gibt. In EntwicklungslĂ€ndern oder im großen chinesischen Reich werden sie eher lasch gehandhabt. In arabischen und islamischen Gegenden kommt dem Rauchen wie bei den Indianern frĂŒher eine kulturell-gesellschaftliche Bedeutung zu wie das Rauchen der Friedenspfeife oder aus der Wasserpfeife, die reihum geht. Wer sich da verweigert, gehört einfach nicht mit dazu oder verletzt die GefĂŒhle der Gastgeber. Ferner darf man auch nicht ĂŒbersehen, dass Rauchen oft der Transporteur fĂŒr Drogenkonsum ist. Manche Drogen wie Marihuana, Hasch, Gras oder auch Crack und andere werden geraucht oder inhaliert.

Ist Rauchen eine Sucht?

Auf jeden Fall – und eine der schlimmsten und gefĂ€hrlichsten obendrein! Aus dem Rauchen von Zigaretten, Zigarillos, Zigarren oder Tabak, auch mit Cannabis vermischt, entwickelt sich AbhĂ€ngigkeit, und zwar von dem Stoff Nikotin. Der stellt sich nĂ€mlich durch den Konsum von Tabakwaren ein. Nikotin hat ein extrem hohes AbhĂ€ngigkeitspotenzial. Es kann deshalb sehr schnell zu einem abhĂ€ngigen Verhalten fĂŒhren. Nach Meinung des Schweizer Bundesamtes fĂŒr Gesundheit (BAG) und auch anderer wie der sehr strengen amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA ist das AbhĂ€ngigkeitspotenzial von Nikotin mit dem von Heroin vergleichbar. Nach Meinung der Wissenschaft reichen schon wenige Zigaretten oder wenige Tage mit kleinem Zigarettenkonsum, bis eine körperliche AbhĂ€ngigkeit erreicht ist.

Suchtverhalten ist allerdings nicht rational. Auch wenn man die Risiken und Kosten kennt, zĂ€hlt das fĂŒr jemanden nicht, der raucht, wenn er innerlich nicht bereit ist aufzuhören. Überredungsversuche und Druck von außen bringen nichts. Sie fĂŒhren eher zum Gegenteil, nĂ€mlich die eigene Sucht zu verfestigen. Viele Raucher scheuen die von ihnen vermutete schwere Zeit der Entwöhnung. Dabei weiß man, dass der körperliche Entzug nur vier bis sechs Wochen anhĂ€lt. Die schlimmsten Symptome lassen sogar schon nach wenigen Tagen nach.

Raucher ĂŒberschĂ€tzen auch oft die StĂ€rke der Symptome. Die Angst vor dem Entzug ist oft schlimmer als der Entzug selbst. Typisch fĂŒr Raucher ist ihre innere Zerrissenheit. Sie finden immer neue Ausreden, warum sie jetzt gerade nicht aufhören wollen oder können. Im Grunde sind es faule Ausreden. Denn mehrere Versuche aufzuhören sind normal, sagen selbst erfahrene Ex-Raucher. Man muss es einfach konsequent weiterversuchen und darf sich nicht gleich bei der ersten Schlappe unterkriegen lassen. Schlimm ist nicht, dass man es nicht geschafft hat. Schlimm ist nur, wenn man nicht wieder aufsteht und ganz aufgibt. Denn die erste Niederlage ist die Regel. Suchtexperte Professor MĂŒhling ist davon ĂŒberzeugt: „Jeder kann vom Rauchen loskommen, wenn man es wirklich will und verstanden hat, wie man Sucht ĂŒberwindet.“

Schaut man in Blogs und Foren, gehen die Meinungen ĂŒber die Suchtgefahr des Rauchens weit auseinander. Die einen wollen das ĂŒber die Menge der Zigaretten definieren. Andere sprechen bereits ab der ersten Kippe von einer Sucht. Dabei ist Sucht aber auch etwas ganz Individuelles. Der eine ist stark genug zu sagen: Ok, ich probiere es mal. Danach bin ich aber auch stark genug, es wieder zu lassen. Der andere ist eher labil und findet schnell Gefallen an Neuem. Es kommt also auf die persönliche Konstitution an. Sucht ist AbhĂ€ngigkeit. AbhĂ€ngig kann ich auch von Personen sein. Bin ich jemandem verfallen, emotional abhĂ€ngig? Wir mĂŒssen also zwischen psychischer (geistiger, seelischer) und physischer (körperlicher) AbhĂ€ngigkeit unterscheiden. Das eine ist die GefĂŒhlsebene und das andere ist das, was ich tue, konsumiere, meinem Köper zufĂŒhre. Ist man erst einmal sĂŒchtig, verwischen sich hĂ€ufig diese Grenzen. Dann kann zu einer Drogensucht auch eine emotionale Sucht kommen. AbhĂ€ngigkeit und der Entzug davon drĂŒckt sich durch typische Symptome wie Schweiß auf der Stirn, Schwitzen, Zittern, Kopfschmerzen oder Kreislaufstörungen (Schwindel) aus. Psychische Symptome können dabei auch Ängste und Depressionen, Halluzinationen, surreale Bilder und TrĂ€ume sein – letztendlich auch Schlaflosigkeit.

Die Gefahr beim Rauchen ist ja vor allem, dass viele sie nicht als Sucht wahrhaben wollen. Nehme ich Heroin oder Marihuana, weiß jeder, dass man davon sĂŒchtig werden kann. Nikotin verharmlosen wir geflissentlich und weisen eine mögliche AbhĂ€ngigkeit als zusĂ€tzliches Gefahrenpotenzial neben den GesundheitsschĂ€den weit von uns. Sie nehmen die Suchtgefahr einfach nicht zur Kenntnis und verdrĂ€ngen sie. NatĂŒrlich sind durch medizinische Studien die Auswirkungen des Rauchens auf unsere Gesundheit in den Fokus gerĂŒckt. Auch die Werbung auf den Zigarettenschachteln reduziert sich zwangslĂ€ufig auf den gesundheitlichen Aspekt: „Rauchen gefĂ€hrdet Ihre Gesundheit“. Der Suchtgedanke ist leider allzu oft ausgeblendet. Und doch ist das Suchtrisiko am gefĂ€hrlichsten.

Man unterschĂ€tzt es. Wie beim Kokain macht Nikotin vom ersten Zug an abhĂ€ngig. Beobachten Sie doch einmal starke Raucher ganz genau. Das ist typisches Suchtverhalten, wenn nach stundenlangem Flug der Raucher eiligst in die Raucherkabine des Flughafens eilt oder sich eine Kippe außerhalb des Airports vor der TĂŒr anzĂŒndet. Es soll auch schon Leute gegeben haben, die es ohne Rauchen wĂ€hrend eines Langstreckenflugs nicht ausgehalten und heimlich auf der Bordtoilette geraucht haben. Sie werden sofort durch die sensible Flugzeugtechnik erkannt, und das hat strenge Folgen. Bei der Ankunft wartet nĂ€mlich die Polizei, und sie mĂŒssen wegen GefĂ€hrdung des Luftverkehrs mit einer saftigen Anzeige rechnen. Starke Raucher halten es nicht lange ohne Zigaretten aus. Sie eilen aus der Sitzung, werden gegen Ende schon ganz kribbelig. Ihnen zittern die HĂ€nde. Der Schweiß bricht auf der Stirn aus – das sind alles Sucht-Symptome, die sie leistungsschwĂ€cher machen.

Rauchen ist eine Sucht! Wann sie anfĂ€ngt, darĂŒber kann man streiten. Das ist wie gesagt auch Typ-abhĂ€ngig. Es gib sicher zig Beispiele, in denen jemand mal aus Neugier einen Joint geraucht hat, dann aber fĂŒr sich entscheidet: Nein, das ist nichts fĂŒr mich. FĂŒr den hat sich das Thema damit erledigt. Vielleicht empfand er es nicht als berauschend. Das tiefe Inhalieren war ihm sogar unangenehm. Er hatte danach einen fĂŒrchterlichen Husten. Wie ja auch so mancher nach dem ersten Vollrausch sagt: Nie wieder! Das war nicht mein Ding. Danach meidet er dann solche Situationen. Man ist quasi geheilt, und das Thema Sucht hat sich erledigt. Also einmal probiert und dennoch nicht sĂŒchtig.

Aber allzu oft ist der erste Joint auch der Beginn einer Sucht-Karriere. Genau so kann die erste Zigarette eine Nikotinsucht begrĂŒnden. Vor allem ist die Droh- und Sanktionskulisse nicht so gefĂ€hrlich. Drogenbesitz allein schon ist strafbar, in grĂ¶ĂŸeren Mengen sogar zum sofortigen Vollzug berechtigt. Denn dann gilt man gleich als Dealer. Wenn ein Jugendlicher aber eine Kiste Bier oder eine Flasche Wodka bei sich hat, wird ihm der Alkohol lediglich abgenommen. Oder wird ein Heranwachsender mit Zigaretten erwischt, bestehen die Sanktionen auch nur daraus, ihm die Kippen wegzunehmen. So unterschiedlich wird mit sĂŒchtig machenden Drogen umgegangen. Das die Gesundheit mehr schĂ€digende Nikotin wird gegenĂŒber Haschisch und Alkohol verharmlost. Alles fĂŒhrt zu einer AbhĂ€ngigkeit, auch Tabletten ĂŒbrigens, die man ebenfalls als Droge einstufen muss. NatĂŒrlich sind die Auswirkungen des Tabakkonsums erst spĂ€ter sichtbar. Heroin lĂ€sst den Körper schneller zerfallen. Aber dann greift man auch schneller ein und kann mehr retten. Die einmal festgestellten Auswirkungen des Rauchens wie Krebs zum Beispiel sind oft so schlimm, dass man sie manchmal gar nicht mehr wieder zurĂŒckdrehen kann.

Übrigens, Nikotinpflaster haben fast gar kein Suchtpotenzial. Sie werden zur Rauchentwöhnung eingesetzt (dazu mehr spĂ€ter). Auch Passivrauchen soll nicht sĂŒchtig machen.

Allerdings ist in der Fachwelt noch nicht eindeutig geklĂ€rt, ob bereits der Genuss einer einzigen Zigarette typische Symptome von AbhĂ€ngigkeit wie Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeit oder innere Unruhe hervorruft. Auch ist nicht klar, ob schon einmaliges Rauchen zu einem Verlust persönlicher Selbstbestimmung (Autonomie) fĂŒhrt. Wenn sich weitere Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen, SchweißausbrĂŒche, Kreislaufbeschwerden oder Unruhe zeigen, kann man von einer Sucht ausgehen. Stoppen Sie den Nikotingenuss, verschwinden die Symptome nach etwa 5 bis 30 Tagen wieder. Dann passiert aber folgendes: Die stĂ€ndige Stimulierung des Belohnungssystems durch das Nikotin bleibt aus. Das Ă€ußert sich dann durch Gereiztheit, AggressivitĂ€t, Ungeduld, schlechte Laune bis hin zu Depressionen und Konzentrationsstörungen. Weil dieser Zustand latent Monate anhalten kann, ist ein Grund dafĂŒr, warum Ex-Raucher wieder rĂŒckfĂ€llig werden. Warum Rauchen so gefĂ€hrlich ist, liegt auch an der psychischen AbhĂ€ngigkeit durch eingeprĂ€gte Verhaltensmuster. Diese haben sich im Laufe einer oft langen Raucherkarriere entwickelt. Sie können nach dem rein körperlichen Entzug noch Jahre danach anhalten. DarĂŒber hinaus werden hĂ€ufig dem Tabak Substanzen beigemischt, die die AbhĂ€ngigkeit sogar noch verstĂ€rken.

Warum es so schwer ist aufzuhören

Die Antwort ist ganz einfach, wie wir oben bereits gelesen haben: Weil es eine der schlimmsten AbhĂ€ngigkeiten ist – eine Sucht. Mit der ersten Zigarette sind Sie „geimpft“. Der Samen fĂŒr die Sucht ist gelegt – und er keimt rasend schnell. Wer nicht einen sehr starken Charakter hat, ist hier schnell in der Sucht-Falle. Weil die erste Zigarette nach einer zweiten und dritten schreit, man selbst aber absolut ahnungslos ist und sich der Gefahr nicht bewusst wird, tappt man gerade beim Nikotinkonsum schnell in die Falle. Weil es so leicht ist, an Zigaretten zu kommen, hören wir auch nicht auf. Gelegenheiten gibt es immer wieder. Weil Raucher heute mehr und mehr unter Druck geraten und gesellschaftlich ausgegrenzt werden, suchen sie sich Mitstreiter. Wie schnell wird einem eine Zigarette angeboten – nur um nicht allein zu sein und dumm angeschaut zu werden. Viel schwieriger ist es aber, seine AbhĂ€ngigkeit in den Griff zu bekommen. Wir kennen das ja von DrogensĂŒchtigen. Über 50 Prozent sind rĂŒckfĂ€llig. Haben Sie schon mal einen Menschen gesehen, der mit Methadon substituiert wird? Als Ersatz fĂŒr Heroin bekommt er eine Methadon-Tablette. Die Leute eilen schon zitternd zur Ausgabe, meist frĂŒher als vereinbart. Der Entzug steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Und doch sind sie mit dem Drogenersatz, der sie am Ende ganz von der Sucht befreien soll, zumindest wieder teil-arbeitsfĂ€hig. In unseren Köpfen ist einfach nicht bewusst, dass Rauchen eine Sucht ist. Wir verharmlosen es und wollen die wissenschaftlich anerkannten Ergebnisse nicht wahrhaben. Und doch: Deswegen fĂ€llt es so schwer, sich von der Zigarette wieder loszusagen. Dazu kommt das Ritual: Ich brauche eben die Zigarette nach dem Essen oder zum Kaffee. Haben Sie sich schon mal Gedanken darĂŒber gemacht, am Morgen auf Ihre Tasse Kaffee zu verzichten? Sehen Sie. Das ist nichts anderes als Ihr Ritual. Und, fĂ€llt es Ihnen leicht, darauf zu verzichten? – Wohl nicht!

Beim Rauchen trifft Sucht, AbhĂ€ngigkeit auf Ritual und auf Leichtigkeit in der Beschaffung. Zigarettenerwerb ist nicht kriminalisiert. Bei Haschisch und Kokain habe ich ja noch die große Hemmschwelle der IllegalitĂ€t mit Straf-Szenario. Das alles in Kombination macht es so schwer, mit dem Rauchen wieder aufzuhören.

Wie wirkt Nikotin?

Sobald Sie eine Zigarette anzĂŒnden, setzt sich Nikotin in den Tabakrauch frei. Es wird an die winzigen Teerteilchen im Rauch gebunden und gelangt so beim Inhalieren in die Lunge und von dort aus ins Blut. Man hat inzwischen mit modernen Methoden auf dem Bildschirm nachgewiesen, dass NikotinmolekĂŒle schon nach sieben Sekunden das Gehirn erreichen, sich dort an die Nervenzellen anheften und deren AktivitĂ€t beeinflussen. Denn Nikotin besitzt die FĂ€higkeit, die Blut-Hirn-Schranke zu ĂŒberwinden. Nun wird Ihnen bestimmt einiges klar. Sie haben sich gefragt, wieso das Rauchen solche Auswirkungen auf uns haben kann und uns auch psychisch so abhĂ€ngig macht, welche Auswirkungen der Entzug hat. In unserem Gehirn haben wir Rezeptoren, die auf Acetylcholin reagieren. Und das Nikotin ist diesem Neurotransmitter (Botenstoff) sehr Ă€hnlich. Deshalb reagieren auch die Acetylcholin-Rezeptoren auf Nikotin. So nennt man diesen Rezeptortypen auch „Nikotischer Acetylcholinrezeptor“.

Nun verstehen Sie sicher auch, warum Nikotin die am schnellsten sĂŒchtig machende Substanz ist. Nikotin ĂŒbersteigt auch noch die psychostimulierende Wirkung von Kokain oder Amphetamin. Denn es stĂ¶ĂŸt im Gehirn die gesamte Breite der Neuromodulatoren an. Es wirkt dann quasi wie der Dirigent in einem Konzert auf viele Instrumente ein. Nikotin greift gleich an zwei verschiedenen Kompartimenten an, und zwar an den prĂ€synaptischen und an den postsynaptischen Acetylcholinrezeptoren (Nikotinrezeptoren). Bindet sich Nikotin an die Rezeptoren, werden unterschiedliche Neurotransmitter ausgeschĂŒttet. Das sind chemische Stoffe in unserem Gehirn, die den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Nervenzellen regeln, wie zum Beispiel Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Endorphinen. Sie beeinflussen verschiedene funktionale Strukturen unseres Gehirns. Dabei gibt es individuelle Variationen. So beeinflusst beispielswiese das Nikotin ĂŒber verschiedene chemische Reaktionen Hirnfunktionen wie Aufmerksamkeit, GedĂ€chtnis und Lernen, indem es sie verbessert. Dagegen haben andere Experimente nachgewiesen, dass GedĂ€chtnisleistungen durch Nikotinmissbrauch nachlassen. Nachgewiesen wurde auch eine enge Beziehung zum Dopamin-Belohnungssystem. Sie wirkt nĂ€mlich auf Essen, Trinken – und SexualitĂ€t, die notwendig fĂŒr die Existenz des einzelnen Menschen sind. Es ist schon verrĂŒckt: Beim Rauchen belohnt sich der Mensch genau so wie bei existenziellen Handlungen (Essen, Trinken). Man hat also als besondere Wirkung des Nikotins auf das Gehirn herausgefunden, dass es Catecholamin in den so genannten Belohnungsarealen der Großhirnrinde freisetzt. So paradox es klingen mag, aber: Dies in Verbindung mit dem sensiblen oralen Reiz des Nikotinkonsums bewirkt eben die „positiven GefĂŒhle“ des Rauchens. GefĂ€hrlich dabei: Zigaretten enthalten gleich mehrere Substanzen, die sich in ihrer AbhĂ€ngigkeitswirkung gegenseitig potenzieren.

Noch eine Zahl zum Nikotin: Schon 60 Milligramm reines Nikotin können fĂŒr Erwachsene tödlich sein. FĂŒr den menschlichen Organismus ist Nikotin hochgiftig. Trotz des Warnhinweises auf jeder Packung „Rauchen gefĂ€hrdet die Gesundheit“ greifen Millionen tĂ€glich zur Zigarette. Und trotz der „bestimmungsmĂ€ĂŸigen“ Anwendung gefĂ€hrden sie unsere Gesundheit.

Chemische Prozesse beim Rauchen

Im Papierblatt, das den Tabak umschließt und die Zigarette somit erst zum Rauchen eignet, ist Zucker enthalten beziehungsweise kĂŒnstlich zugesetzt. Verbrennt dieses Papier nun beim Rauchen der Zigarette, dann entsteht unter anderem Acetaldehyd, das ebenfalls sĂŒchtig macht. Der Stoff reduziert das Enzym MAO-B (Monoaminooxidase B). Das baut im Gehirn den Neurotransmitter Dopamin ab. Raucher haben nach wissenschaftlichen Untersuchungen bis zu 40 Prozent weniger MAO-B als Nichtraucher. Bei NikotinsĂŒchtigen entsteht also dementsprechend mehr Dopamin im Gehirn. Das wirkt dann wie bei Nikotin als angenehm – und es erhöht somit das AbhĂ€ngigkeitspotenzial. Übrigens, Alkohol wirkt an denselben Rezeptoren wie Nikotin. Aber Alkohol blockiert diese. Das fĂŒhrt bei hohem Alkoholkonsum dazu, dass eben noch mehr geraucht werden muss, um sich entspannt zu fĂŒhlen. Deshalb sieht man auch hĂ€ufig Rauchen und Alkoholkonsum in Kombination – beide wirken dann sozusagen als Brandbeschleuniger auf dem Weg zur AbhĂ€ngigkeit. Je mehr ich trinke, um so mehr muss ich rauchen – fatal!

Welche SchÀden Rauchen verursacht

Von den Kosten haben wir ja schon gehört. Nehmen wir nur einmal das viele Geld, das der Nikotinkonsum in unserer eigenen Geldbörse an Löchern reißt. Rechnen Sie sich einmal aus, was Sie da verbrennen und sich stattdessen leisten könnten. So mancher hat in seinem Leben genau das Traumauto, das er immer haben wollte, verraucht. Gehen wir von einer Schachtel Zigaretten am Tag aus. FĂŒnf Euro mal dreihundertfĂŒnfundsechzig Tage: ĂŒber 1.800 Euro im Jahr! Bei zwei Schachteln und zwei Rauchern in der Familie potenziert sich das entsprechend. Dann kaufen Sie sich hin und wieder Bronchial-Tropfen in der Apotheke, weil der durchs Rauchen verursachte Schleim in Ihren Bronchien sich nicht löst. FĂŒr die ZĂ€hne kaufen Sie zum Polieren teure Pasten oder lassen sich zweimal im Jahr fĂŒr jeweils ĂŒber 50 Euro eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt verpassen. Frauen nehmen Anti-Aging-Cremes gegen das vorzeitige Altern ihrer Haut durch Rauchen – und so weiter.

Neben den rein finanziellen SchĂ€den kommen die viel gravierenderen gesundheitlichen hinzu. Und das Rauchen hat es wirklich in sich. Dass Nikotinkonsum Krebs auslöst, muss mittlerweile auf jede Schachtel stehen. Andersrum gesagt: 90 Prozent der Lungenkrebstoten in Deutschland waren Raucher. Es besteht also nachgewiesenermaßen ein direkter Zusammen zwischen Rauchen und Lungenkrebs. Und trotzdem paffen die meisten weiter. Diese Zahlen und Gefahren werden uns tĂ€glich in den verschiedensten Medien eingehĂ€mmert – und die Raucher werden nicht eklatant weniger. Also muss die Faszination, die Neugier, grĂ¶ĂŸer sein als die Gefahr.

Um auf die tatsĂ€chlichen Kosten durch Rauchen zu kommen, wollen wir erst einmal einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Es ist ja nicht nur der Tabak in der PapierhĂŒlle. Dem Feinschnitt werden ja verschiedene Stoffe beigemischt, um Zigaretten fĂŒr Endverbraucher geschmackvoll zu machen. Aromen beispielsweise. Denn jedes Volk, jeder Mensch hat ein anderes Geschmacksempfinden. Der Amerikaner braucht andere Stoffe als der Chinese, der von unseren Zigaretten beispielsweise behauptet, sie seien zu sehr parfĂŒmiert. Frauen brauchen andere DĂŒfte als MĂ€nner. Mancher liebt Menthol in Zigaretten, andere stehen auf Naturgeschmack selbst gedrehter Zigaretten. So mögen Menschen Filter- oder filterlose GlimmstĂ€ngel. Über 4800 Inhaltsstoffe in Zigaretten sind bislang bekannt. Etwa 250 davon gelten als giftig oder gar krebserregend. So sind zum Beispiel Bestandteile von Zigarettenrauch Benzol, Nikotin, Kohlenmonoxid, Ammoniak oder BlausĂ€ure, Stickoxide, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Phenole, Formaldehyd, Ammoniak, Nitrosamine, Akrolein sowie Spurenelemente wie Nickel und Cadmium. Sie sind fĂŒr die langfristigen GesundheitsschĂ€digungen verantwortlich.

Manche Stoffe entwickeln sich erst durch das Verbrennen der PapierhĂŒlle oder der Inhaltsstoffe einer Zigarette. Zum Teil sind giftige Stoffe im Nebenstromrauch sogar in höheren Konzentrationen vorhanden als im Hauptstrom – siehe Passivrauchen! Denn wegen der niedrigeren Temperatur wird nur ein geringerer Teil von ihnen verbrannt. Ganz besonders schĂ€dlich fĂŒr die Lungen ist der Teeranteil, der beim Verbrennen der Zigaretten entsteht und den wir ĂŒber Rauch in die LungenflĂŒgel einatmen. Dort lagert er sich ab. Sichtbar wird das an den dunklen VerfĂ€rbungen der beiden LungenflĂŒgel auf Röntgenaufnahmen. Die Lunge ist genauso ein regeneratives Organ wie die Leber. Behandelt man sie eine Zeitlang gut, regeneriert sie sich auch wieder, also eine Fettleber wird dann wieder zu einer ganz normalen und die Lunge baut Teer nach ein paar Jahren der absoluten Enthaltsamkeit auch wieder ab. Das sollte man wissen. Man kann also den Fehler des Rauchens teils wieder gut machen – wenn es nicht schon durch Krebs zu spĂ€t ist.

Welche Krankheiten kann Rauchen noch verursachen? Die Wissenschaft hat ziemlich gesichert festgestellt, dass es sehr viele Krankheiten gibt, die unmittelbar mit dem Genuss von Nikotin und dem Inhalieren von Feinstaub der verglĂŒhenden Zigaretten zusammenhĂ€ngen. Dabei ist die Gefahr umso grĂ¶ĂŸer, je lĂ€nger Sie rauchen und je höher Ihr Zigarettenkonsum sind. Dann rauchen Sie sich quasi in eine dieser nachfolgend beschriebenen Krankheiten hinein:

Die hÀufigsten Krankheiten sind:

Herzinfarkt. Rauchen verengt die BlutgefĂ€ĂŸe. Weiße Blutkörperchen (Plaque) können sich an den RĂ€ndern der Arterien ablagern. Man spricht dann von einer Arterienverkalkung, einer Verengung der Blutbahnen. So sind besonders die Arterien des Herzens gefĂ€hrdet, die des Gehirns und der Gliedmaßen – bei Rauchern insbesondere die Beine, was zum Raucherbein fĂŒhren kann. Man hat dann einen Ă€hnlichen Effekt wie bei Diabetikern, die ihr GefĂŒhl in FĂŒĂŸen und Beinen zunehmend verlieren können, weil die Nervenenden absterben (Polyneuropathie). Das ist deswegen gefĂ€hrlich, weil man auch keinen Schmerz mehr spĂŒrt, also Verletzungen an FĂŒĂŸen nicht bemerkt. Da bei Diabetikern Wunden sowieso schwerer heilen, kommt es leicht zum so genannten diabetischen Fuß. Im schlimmsten Fall muss er amputiert werden, weil er nicht mehr heilt und Wundinfektion auf den ganzen Körper ĂŒberzugreifen droht. So Ă€hnlich kann es auch bei einem Raucherbein ablaufen. GefĂ€ĂŸverkalkungen fĂŒhren zu lebensgefĂ€hrlichen GefĂ€ĂŸverschlĂŒssen. Ist das Blut dann noch zu dickflĂŒssig, wirkt es wie ein Pfropfen, der eine Blutbahn verschließen kann – eine Thrombose ist die Folge, im Extremfall also Herzinfarkt, Gehirnschlag/ Schlaganfall oder Lungenembolie. Rauchen fĂŒhrt auch zu einem erhöhten Blutdruck. Dies ist ein weiterer Risikofaktor fĂŒr einen Herzinfarkt. Erstaunlich dennoch: Es sterben mehr Raucher an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als an Krebs.

Raucherhusten. Das stĂ€ndige Inhalieren des Zigarettenrauchs sorgt fĂŒr Ablagerungen in den LungenblĂ€schen, den Bronchien. HĂ€ufig haben Raucher einen chronischen Husten bis hin zu HustenanfĂ€llen vor allem morgens und nachts. Dazu kommt brauner Auswurf beim Husten verbunden mit Atemnot. „Ich huste mir die Lunge aus dem Hals“ hört man oft von Rauchern. Chronische Bronchitis ist die Folge. Der braune Schleim kommt von den vom Teer verklebten LungenblĂ€schen. Schleim löst sich, man verkrampft beim heftigen Husten, und danach hat man einen stechenden Schmerz in der Brust. Hier hilft nur ein sofortiger Stopp mit dem Rauchen.

Raucherbein. Das Raucherbein hatten wir oben schon kurz angeschnitten. Nikotinkonsum verengt die GefĂ€ĂŸe. Die ExtremitĂ€ten wie Beine und FĂŒĂŸe werden nicht mehr ausreichend durchblutet. Verletzungen heilen nicht mehr. Beim Gehen entstehen plötzlich starke Schmerzen, so dass man hĂ€ufiger stehen bleiben muss. Man spricht hier von der so genannten Schaufensterkrankheit. Der Raucher kann nicht mehr, will das aber nicht zugeben und stellt sich öfter mal vors Schaufenster, wo er so tut, als schaue er interessiert in die Auslagen. In Wirklichkeit braucht er aber genau diesen Stopp – es geht halt nicht mehr weiter. Wie gesagt: Solche Durchblutungsstörungen können bis zur Amputation des betroffenen Beins fĂŒhren. Leider sieht man hĂ€ufig genug in Kliniken leider immer noch frisch Amputierte weiterrauchen. Sie haben eben nichts gelernt.

Krebs durch Rauchen. Der wohl schlimmste gesundheitliche Schaden, den Nikotinkonsum auslösen kann, ist Krebs, und das gleich in unterschiedlicher Form. Am eindeutigsten ist dabei der Lungenkrebs. Denn bis zu 90 Prozent der an Lungenkrebs Gestorbenen waren Raucher. FĂŒr die meisten Krebstoten unter MĂ€nnern ist der Lungenkrebs verantwortlich. Nach Herz-Kreislauf-TodesfĂ€llen folgt der Krebs in Deutschland. Und wenn das Rauchen sowohl zu Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie auch durch Krebs fĂŒhren kann, hat der Raucher hier schon einmal ein doppeltes Risiko im GepĂ€ck.

Man muss sich beim Rauchen einmal vor Augen halten, dass jeder Zug an der Zigarette rund 40 krebserregende Stoffe aus dem Tabakrauch in die Lunge befördert. Und ĂŒber die Lunge gelangen diese gefĂ€hrlichen Stoffe dann in die Blutbahn. Und genau dort schĂ€digen sie nĂ€mlich unsere natĂŒrlichen Killerzellen gegen die KrebsbekĂ€mpfung in unserem Körper. Deshalb steigt durch Nikotingenuss das Krebsrisiko fĂŒr alle Organe enorm, die mit dem Zigarettenrauch oder dessen Inhaltsstoffen in BerĂŒhrung kommen. Nach Lunge folgen Speiseröhre, Kehlkopf, Zunge, Rachen, Mundhöhle, Lippen, Luftröhre und Bronchien – sie alle können durch das Inhalieren des Zigarettenrauchs von Krebs befallen werden. Ein höheres Risiko fĂŒr Zunge, Mundhöhle und Rachen haben zudem Pfeifen- und Zigarrenraucher, die ja weniger inhalieren, dafĂŒr aber Mengen an Qualm verpaffen. FĂŒr sie liegt förmlich der Genuss im Mund: Sie nehmen dafĂŒr aber umso mehr Qualm in Mund und Rachen auf, und sie geben mehr Rauch an die Umgebung was, was die Passivraucher stĂ€rker beeintrĂ€chtigt. Übrigens, auch Kautabak und Schnupftabak sind nicht ganz ohne. Sie gefĂ€hrden ebenfalls Mundhöhle, Rachen, Zunge und Lippen mit Krebs.

Man hat darĂŒber hinaus festgestellt, dass bei Rauchern folgende Krebserkrankungen hĂ€ufiger auftreten als bei Nichtrauchern: Magenkrebs (manche Raucher schlucken den Zigarettenqualm), Nierenkrebs, BauchspeicheldrĂŒsenkrebs, Harnblasenkrebs, Knochenmarkkrebs und bei Frauen GebĂ€rmutterhalskrebs. Bei allen Krebsarten erhöht sich das Risiko mit der Zahl der tĂ€glich gerauchten Zigaretten, der Anzahl der Jahre, in denen man raucht, und dem Typ der gerauchten Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen. Allerdings sinkt auch das Risiko sofort wieder, wenn man aufgehört hat. Nach zehn Jahren Abstinenz ist das Risiko nur noch wenig höher als bei Menschen, die nie geraucht haben.

Zahlen zu Krebs und Rauchen: Bis zu 30 Prozent aller Krebs-TodesfĂ€lle in Deutschland sind direkt auf Nikotingenuss zurĂŒckzufĂŒhren. Selbst wer „nur“ 1 bis 9 Zigaretten tĂ€glich raucht, stirbt statistisch gesehen viermal hĂ€ufiger an Lungenkrebs als ein Nichtraucher. Gleich siebenmal grĂ¶ĂŸer ist das Risiko bei 10 bis 19 Zigaretten, und Starkraucher (mehr als 30 Zigaretten am Tag) sterben zwanzigmal so hĂ€ufig an Lungenkrebs wie Nichtraucher. Um 250 Prozent hat der Lungenkrebs in den vergangenen 50 Jahren zugenommen. Damit macht er die medizinischen Fortschritte der Heilung von Krebserkrankungen zahlenmĂ€ĂŸig wieder zunichte. Oder salopper gesagt: So schnell wie Raucher an Krebs erkranken, kann die Forschung nicht hinterher kommen, sie zu heilen. Allein wenn man den Lungenkrebs aus der Statistik herausnimmt, ist schon eine deutliche Verbesserung der Krebs-Heilungsquote sichtbar. Und alle diese Zahlen helfen nichts: Die Menschen rauchen weiter und sehen dabei aus wie die Lemminge, die blind ins Meer springen und sich dabei scharenweise selbst umbringen. Doch die haben wenigstens noch einen „AnfĂŒhrer“ – wer fĂŒhrt oder verfĂŒhrt uns eigentlich zu rauchen?

Immunsystem. Das Rauchen schadet vor allem unserem Immunsystem. Damit leidet unser gesamter Gesundheitszustand darunter. Sie sind durch Rauchen anfĂ€lliger fĂŒr Infektionen aller Art: Grippe, Herpes, Magen-Darm-Infekt, Fieber. Raucher brauchen mehr Vitamine als Nichtraucher. Was die wenigsten wissen: Rauchen kann Osteoporose befördern, weil sich das Nikotin auf den Calciumhaushalt unseres Körpers auswirkt und damit auch die Knochen schĂ€digen kann.

Husten. Klingt harmlos, kann aber bei chronischem Bronchial-Katarrh oder –Asthma bis hin zum Bronchial-Karzinom tödlich sein. LĂ€stig ist Husten infolge des Rauchens allemal. HĂ€ufig setzt er nachts ein, wenn Sie schlafen wollen, oder morgens, wenn Sie aufstehen. Dann wird erst einmal abhustet, bis sich der braune Schleim löst und sie ihn ausspucken. Allein der Anblick sollte Ihnen schon ein deutliches Warnsignal sein.

Der Qualm kann sogar die Psyche und das Gehirn schĂ€digen. Raucher haben laut Studien ein signifikant höheres Risiko fĂŒr Depressionen, Angststörungen und sogar Demenz-Erkrankungen. Selbst das Selbstmordrisiko sei mehrfach erhöht, warnt Professor MĂŒhling, Leiter der Raucherambulanz an der Technischen UniversitĂ€t Chemnitz.

Bei den so genannten KollateralschĂ€den des Rauchens oder auch den SekundĂ€rschĂ€den spricht man eine breite Palette an: von vergilbten ZĂ€hnen bis zu einer vorzeitig alternden Haut, von vergilbten Gardinen bis zu verschmutzten Fenstern, Fernseh- und Computerbildschirmen sowie Autoglasscheiben. Man kann die Liste hier nahezu unendlich fortsetzen. Der wohl wichtigste negative Nebeneffekt des Zigarettenqualms ist aber das Passivrauchen. Nicht nur, dass ich mich selbst gesundheitlich schĂ€dige, nein, auch meine Umgebung ist massiv betroffen. Das ist so, als wenn ich mehrere Schinken in einen Rauchfang hĂ€nge, um daraus ein gerĂ€uchertes Produkt herzustellen. Unsere Umgebung – Frau, Mann, Kinder, Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn, Barbesucher – sind genauso vom Zigarettenqualm betroffen als wenn sie selbst konsumieren wĂŒrden. Man merkt das erst, wenn man selbst als unbeteiligter Raucher draußen auf einer Parkbank sitzt. Da raucht jemand und der Wind treibt uns den Qualm ins Gesicht. Wir riechen das sofort und stellen fest, da hat jemand etwas aus den tiefsten Tiefen seiner Lunge ausgeatmet und wir bekommen es nun ab.

Raucher sehen bereits im mittleren Alter um etwa zehn Jahre Ă€lter aus. So haben Studien mit eineiigen Zwillingen, von denen nur einer raucht, erschreckende Bilder gezeigt: Aus dem jahrelang qualmendem Geschwister wurde so zumindest optisch der große Bruder oder die große Schwester. „Die durch Tabakrauch negative Wirkung auf die Haut ist Folge mehrerer Wirkmechanismen“, erklĂ€rt Dr. Martina Pötschke-Langer. Sie ist Leiterin der KrebsprĂ€vention im Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Das Nikotin fördere den Abbau der Kollagen-Fasern und der elastischen Fasern. Dadurch setze sich ein Schrumpfungsprozess der Haut in Gang. So entstĂŒnden Falten.

Die Spezialistin weist auf einen weiteren Nachteil hin. Im Zigarettenrauch ist außerdem das giftige Kohlenmonoxid, das hochdosiert zum Ersticken fĂŒhrt (Selbstmordversuche mit Autoabgasen in Garagen). Wenn Kohlenmonoxid in den Körper gelangt, versucht es sich an den roten Blutfarbstoff HĂ€moglobin zu binden. HĂ€moglobin transportiert aber eigentlich Sauerstoff im Körper. Wenn sich nun Kohlenmonoxid an die roten Blutkörperchen klebt, werden Haut und Organe schlechter durchblutet. Nikotin macht die GefĂ€ĂŸe zusĂ€tzlich enger, so die Expertin. Wenn ein 40-jĂ€hriger Raucher tĂ€glich 20 Zigaretten konsumiert, dann sieht er unter UmstĂ€nden zehn Jahre Ă€lter aus als ein gleichaltriger Nichtraucher. Tabakkonsum lĂ€sst Kollagenfasern schneller absterben und hemmt darĂŒber hinaus ihre Neubildung. Und damit nicht genug: Kollagen ist auch fĂŒr den raschen Verschluss einer Wunde verantwortlich. Also heilen Wunden von Rauchern auch langsamer. Rauchen hemmt nicht nur die Durchblutung, sondern auch die Blutbildung selbst. So entstehen auch weniger Immunzellen. Raucher haben auch ein höheres Risiko fĂŒr EntzĂŒndungen – insbesondere bei Operationen, und dann auch noch in Kombinationen mit einer verzögerten Wundheilung. Zudem gibt es Vermutungen, dass Raucher stĂ€rker unter Akne und Schuppenflechte leiden. Raucher können auch mit Cremes oder gar Nahrungs-ErgĂ€nzungsmitteln nicht gegen das vorzeitige Altern der Haut durch Rauchen gegenwirken. Wer etwas fĂŒr seine Haut und Gesundheit tun möchte, so Pötschke-Langer, fĂŒr den fĂŒhrt kein Weg am Rauchstopp vorbei. Falten gehen leider auch nicht wieder zurĂŒck, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Und doch gibt es zumindest eine gute Nachricht. Wer mit dem Rauchen aufhört, kann schon nach einigen Tagen mit einer deutlich besseren Wundheilung rechnen. Auch der durchs Rauchen beschleunigte Alterungsprozess kehrt sofort wieder in seinen normalen Zustand zurĂŒck, wenn man aufhört zu rauchen. Zum Rauchstopp kann man dem Körper zusĂ€tzlich etwas Gutes tun, um die Regeneration zu beschleunigen: viele Vitamine essen, vollwertige Kost, bei GerĂ€uchertem und Fleischprodukten einen Gang zurĂŒckschalten, dazu sich tĂ€glich eine halbe Stunde an der frischen Luft bewegen, um zusĂ€tzlich Stoffwechsel und Durchblutung wieder anzukurbeln.

Ist Passivrauchen wirklich so schÀdlich?

Warum sind die Anti-Raucher-Gesetze so scharf gefasst? Einzig und allein zum Schutz unbeteiligter Passiv-Raucher. Man spricht dann vom Passivrauchen, wenn Tabakrauch aus der Raumluft oder der Umgebungsluft von einem Nichtraucher eingeatmet wird. Dabei geht die Hauptbelastung von den glimmenden Zigaretten aus. Und damit hat der Passivraucher die gleiche Belastung durch Nikotin wie der aktive Raucher. Sie nehmen die gleichen Schadstoffe beim Einatmen der verunreinigten Luft auf wie der Raucher selbst. Neueste medizinische Forschungen zeigen: Passivraucher erleiden die gleichen chronischen Krankheiten wie Husten, Bronchitis – und auch das erhöhte Krebsrisiko. Denn Passivraucher nehmen die gleichen hochgiftigen Stoffe in ihren Körper auf, darunter auch die krebsauslösenden. Und noch eins: Nichtraucher können ahnungslos in ein Suchtpotenzial schlittern. Besonders gefĂ€hrlich fĂŒr Passivraucher ist der kalte Rauch: Die schĂ€dlichen Substanzen, die Zigarettenqualm enthalten, bleiben meist lange in der Luft. Sie können sich auch auf GegenstĂ€nden ablagern. SpĂ€ter werden sie dann wieder aufgewirbelt und eingeatmet. Zu wenige Raucher machen sich das leider bewusst. Sie denken gar nicht daran, dass sie automatisch auch Kinder und manchmal sogar schon Babys mitrauchen lassen. Bis vor ein paar Jahren war es noch selbstverstĂ€ndlich, in Kneipen, Restaurants, Bars und CafĂ©s zu rauchen. Die Nichtraucher waren dem ungeschĂŒtzt ausgesetzt und mussten quasi mitrauchen. Aber auch die Ablagerungen an WĂ€nden, auf Sitzen, an Gardinen und EinrichtungsgegenstĂ€nden sorgten fĂŒr eine stĂ€ndige Gefahr. Oder nehmen Sie das Rauchen am Arbeitsplatz. Der Nichtraucher war dem chancenlos ausgeliefert. Weil man erkannt hat, dass Passivraucher fast genauso geschĂ€digt werden wie aktive Raucher, sind diesen massiven Gesetzen erlassen worden – und sie sollen noch erweitert werden.

Welche Risiken hat das Passivrauchen konkret?

Das passive Mitrauchen gefĂ€hrdet die Gesundheit schwer. Denn Nichtraucher verfĂŒgen ĂŒber keine Anpassungsmechanismen an Nikotin und an die anderen Schadstoffe, die sich Raucher in ihrer langen Karriere „erarbeitet“ – oder besser: erraucht – haben. Man nimmt inzwischen an, dass sie genau deshalb viel stĂ€rker gefĂ€hrdet sind als aktive Raucher und als bisher angenommen. Kinder sind besonders schwer betroffen. Es ist erwiesen, dass Kinder von Rauchern ein höheres Asthma-Risiko haben. Sie sind natĂŒrlich auch viel anfĂ€lliger fĂŒr Infektionen als Kinder von Nichtrauchern. Das haben Studien sehr eindeutig bewiesen.

Zudem machen sich sofort bei Kontakt mit Zigarettenqualm Reizungen der SchleimhĂ€ute und Atemwege bemerkbar. Wer sowieso schon Probleme mit Asthma hat, wird hier besonders betroffen sein. Auch leiden Passivraucher hĂ€ufig unter trĂ€nenden oder gar brennenden Augen. Wenn Sie selbst Raucher sind, kennen Sie das: Beim Inhalieren glimmt die Zigarette ja weiter und der Qualm steigt auf. Wenn Sie da direkt etwas in Ihre Augen abbekommen, dann schmerzt das sehr. Wenn sich der Schmerz löst, trĂ€nt Ihr Auge sehr. Auch wenn Sie nur kurzzeitig Passivrauchen ausgesetzt sind, besteht die Gefahr von HustenanfĂ€llen. Damit verbunden sind dann oft auch Auswurf aus Lunge und Bronchien, MĂŒdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und auch Kurzatmigkeit. Passivraucher haben auch eine allgemein höhere Infekt-AnfĂ€lligkeit. Sind Sie lĂ€ngere Zeit dem Nikotinqualm ausgesetzt, können sich schwerwiegende Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems einstellen, auch Krebs und chronische Erkrankungen Ihrer Atemwege. Je lĂ€nger sie vom Zigarettenrauch passiv eingenebelt werden, umso mehr kann sich Ihr Zustand mit den zuvor beschriebenen konkreten Erkrankungen verschlechtern.

Auch bei Passivrauchen erhöht sich das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das reicht von Arteriosklerose bis zu koronaren Herzkrankheiten mit Verengung der HerzkranzgefĂ€ĂŸe. Das können alles Langzeitfolgen von Passivrauchen sein. Es gibt auch FĂ€lle, in denen niemand eine Zigarette angerĂŒhrt an. Sie sterben aber doch an Lungenkrebs, Bluthochdruck oder Arterienverkalkung. Schaut man genauer hin, dann waren Sie zeitlebens dem Qualm ihres Partners ausgesetzt. Einigermaßen verlĂ€ssliche Zahlen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) besagen, dass in Deutschland jĂ€hrlich rund 3.000 Menschen an Passivrauchen sterben, und das nicht einmal an Krebserkrankungen, sondern durch koronare Herzkrankheiten und SchlaganfĂ€lle. Zwei Prozent aller TodesfĂ€lle, die durch chronische Lungenerkrankungen bei lebenslangen Nichtrauchern ausgelöst werden, sind Folge des Passivrauchens. Das entspricht knapp 100 TodesfĂ€llen im Jahr – allein durch Passivrauchen im hĂ€uslichen Umfeld. Bei Lungenkrebs sieht es so aus: In Deutschland sind 7,5 Prozent aller Lungenkrebs-TodesfĂ€lle bei Menschen festgestellt worden, die nie geraucht haben. Das entspricht knapp 300 Lungenkrebstoten durch Passivrauchen.

Durch das Passivrauchen gilt Alarmstufe 1 fĂŒr die Atemwege. Denn Zigarettenrauch besteht aus gasförmigen Substanzen und winzig kleinen Feinstaubpartikeln. Diese können wie Asbestfasern oder Kohlenstaub bis tief in die Lunge vordringen und dort dann das Gewebe erheblich schĂ€digen. Allergien und Asthma lösen sie aus oder verstĂ€rken bereits bestehende Krankheiten der Atemwege wie eine LungenentzĂŒndung oder Bronchitis. Das Passivrauchen zerstört auch die SelbstreinigungskrĂ€fte der Lunge und fĂ€hrt die Immunabwehr runter.

Nachgewiesen bei Passivrauchern ist ein erhöhtes Krebsrisiko fĂŒr Brust-, GebĂ€rmutterhals und Nasennebenhöhlenkrebs – ganz besonders natĂŒrlich fĂŒr Lungenkrebs. Der Passivraucher hat gegenĂŒber dem Nichtraucher ein um 20 Prozent höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. NatĂŒrlich steigt auch hier das Risiko mit der Menge des ausgesetzten Zigarettenqualms und der Dauer des Nikotinkonsums.

Schwangere und Rauchen

Besondere Gefahren durch Rauchen wĂ€hrend der Schwangerschaft. Alle Welt weiß, dass Nikotingenuss in der Schwangerschaft ganz besonders fĂŒr das Ungeborene sehr gefĂ€hrlich ist. Doch leider ist neben diesem allgemeinen und vagen Wissen so manch einer schwangeren Frau leider nicht bekannt, was Zigarettenqualm alles fĂŒr den Fötus bedeuten kann. Dabei wĂ€re es gerade fĂŒr die richtige Motivation, wĂ€hrend der Schwangerschaft nicht zu rauchen, doch so wichtig. Denn wenn man sich einmal mit den Folgen befasst, fĂ€llt einem automatisch der GlimmstĂ€ngel aus der Hand. Allein schon die Bilder unterentwickelter Babys mĂŒssten jeder Frau klarmachen, was sie mit dem Rauchen ihrem ungeborenen Kind antun. Aber damit nicht genug. Vor allem Nikotin und Kohlenmonoxid wirken schĂ€digend auf den Fötus ein. Denn Nikotin verschlechtert die Durchblutung insgesamt und die der Plazenta im Besonderen. Und eben das fĂŒhrt zu einer ungenĂŒgenden Versorgung des heranwachsenden Babys. Die Unterversorgung ist es also, die im schlimmsten Fall sogar das Ungeborene noch im Mutterleib sterben lassen kann. Deshalb versuchen ja auch die FrauenĂ€rzte in dem dichten Netz von Vorsorgeuntersuchungen in erster Linie herauszufinden: Wie ist das Kind versorgt und entwickelt? Ist es so gewachsen wie es die errechnete Zeit erwarten lĂ€sst? Ist es eventuell nicht mehr ausreichend versorgt? – Dann mĂŒsste nĂ€mlich sofort eingegriffen werden. Denn selbst bei starken FrĂŒhgeburten, sagt man heute, kann dann außerhalb des Mutterleibes fĂŒr das Kind mehr getan werden als abzuwarten. Wenn eine Schwangere raucht, wird das Baby zusĂ€tzlich nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Der chemische Prozess, der hier passiert, ist folgender: Kohlenmonoxid setzt sich in den roten Blutkörperchen fest und blockiert die Andockstellen fĂŒr den Sauerstoff. Das kann fĂŒr ein Ungeborenes tödlich sein.

Ganz allgemein sind uns wie oben erwĂ€hnt Bilder von zurĂŒckgebliebenen Kindern bekannt. Die Babies von Raucherinnen sind kleiner, eben in ihrer Entwicklung reduziert. Sie sind anfĂ€lliger, motorisch nicht so aktiv wie Kinder aus normalen Geburten von Nichtraucherinnen. Direkt nach der Geburt fĂŒhrt die Hebamme oder Krankenschwester einige Test mit dem Neugeborenen durch, schaut nach Reflexen und Reaktionen. Daran erkennt der Fachmann, wie weit entwickelt das Kind ist und ob eventuell gravierende SchĂ€den sichtbar werden. Hier sind fast immer Babys von Raucherinnen im Nachteil.

Rauchen beeinflusst EmpfĂ€ngnis. Bereits vor der Schwangerschaft kann Rauchen sich negativ auswirken. Man weiß, dass die Spermien von Rauchern unbeweglicher sind. Selbst erektile Dysfunktion (erschlafftes Glied) kann Ursache von Rauchen sein. Urologen und andere Ärzte verschreiben nur ungern potenzsteigernde Mittel wie Viagra, bevor der Mann nicht mit dem Rauchen aufgehört hat. Denn oft erledigt sich dann schon das Problem, wenn man auf den Nikotingenuss verzichtet. Wer also stark raucht, kann auch das Risiko eingehen, keine Kinder mehr zeugen zu können. Auch die Fruchtbarkeit der Frau kann durch das Rauchen sinken. Allein durch die sich bereits im Körper befindenden schĂ€dlichen und Sucht auslösenden Stoffe können selbst bei Rauchstopp vor einer Schwangerschaft noch schĂ€dliche Auswirkungen auf den Embryo bestehen. Deshalb raten Ärzte, rechtzeitig vor einer Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören. Letztlich will man damit auch erreichen, dass Entzugserscheinungen vor der Schwangerschaft ĂŒberstanden sind. Denn auch ein akuter Entzug wirkt sich dann noch auf das heranwachsende Kind aus, wenn die Mutter lĂ€ngst nicht mehr raucht.

Eine schlechte Durchblutung der Plazenta mit mangelnder NĂ€hrstoffversorgung des Embryos – der hĂ€ngt ja ĂŒber die Nabelschnur ganz am Kreislauf der Mutter – kann folgende SchĂ€den verursachen, wenn man schwanger ist und dennoch raucht:

  • Fehlgeburt

  • Todgeburt

  • FrĂŒhgeburt

  • geringes Geburtsgewicht

  • plötzlicher Kindstod

  • HyperaktivitĂ€t (ADHS – Aufmerksamkeitssyndrom)

  • Lernprobleme

  • Verzögerte geistige Entwicklung

  • Asthma

  • Allergien

  • Diabetes

  • Übergewicht

  • Erhöhtes LeukĂ€mierisiko.

Um die ZusammenhÀnge mit den oben beschriebenen Folgen nÀher zu erlÀutern, hier nun einige ErklÀrungen dazu:

Eine mangelhafte Versorgung kann den Tod des Embryos auslösen, was eine Fehlgeburt zur Folge hat. Deshalb ist es so wichtig, spĂ€testens mit Beginn der Schwangerschaft aufzuhören, Zigaretten zu rauchen. Nikotin regt die TĂ€tigkeit der Wehen an. Deshalb kommt es bei Raucherinnen vermehrt zu FrĂŒhgeburten. Kinder von Raucherinnen kommen zu frĂŒh auf die Welt, was zum Tod fĂŒhren kann, aber auch zu lebenslangen Behinderungen. Todgeburten kommen bei Raucherinnen hĂ€ufiger vor als bei Nichtraucherinnen. Oft ist das Geburtsgewicht der Kinder zu gering, selbst wenn die Geburt zum errechneten Termin erfolgt. Meistens gleicht sich zwar das geringere Gewicht nach wenigen Monaten wieder aus. Doch die starke Gewichtzunahme, das relativ schnelle Aufholen des Mankos, fĂŒhrt im spĂ€teren Leben verstĂ€rkt zu Übergewicht und Diabetes. Der so genannte plötzliche Kindstod (SID) im ersten Lebensjahr tritt bei Kindern von Raucherinnen besonders hĂ€ufig auf. Deshalb ist die Gefahr noch nicht gebannt, wenn eine Raucherin ein vermeintlich „gesundes“ Kind zur Welt bringt. HĂ€ufiger leiden auch Kinder von Raucherinnen im spĂ€teren Leben, etwa wenn sie in den Kindergarten oder in die Schule kommen, an HyperaktivitĂ€t (ADHS), dem Aufmerksamkeitssyndrom. Manche Kinder kĂ€mpfen mit Lernschwierigkeiten. Auch eine verzögerte geistige Entwicklung wird beobachtet. Einige Forscher haben auch ein erhöhtes Risiko entdeckt, nach dem Kinder von Raucherinnen an LeukĂ€mie und Lymphomen erkranken.

NatĂŒrlich ist auch das Passivrauchen wĂ€hrend der Schwangerschaft sehr schĂ€dlich. Schwangere sollten sich deshalb konsequent von Orten fernhalten, an denen geraucht wird. Weder in Kneipen und Restaurants mit Raucherzimmern sollten werdende MĂŒtter gehen, noch Kontakte suchen mit solchen Personen, die rauchen. Es ist selbstverstĂ€ndlich fĂŒr den Partner, nicht im Beisein der schwangeren Frau, Freundin oder Partnerin zu rauchen. Es wĂ€re ĂŒberdies ein starkes Zeichen, aus SolidaritĂ€t ebenfalls aufs Rauchen zu verzichten. Denn der Partner trĂ€gt genauso eine Verantwortung fĂŒrs Baby wie die Mutter. Überdies erfĂ€hrt er so, was es heißt, mit dem schĂ€dlichen Rauchen aufzuhören. Eine Schwangerschaft kann so auch der Anfang sein, ganz mit dem Nikotinkonsum aufzuhören. Partner sollten auch deshalb wĂ€hrend der Schwangerschaft ganz aufhören, weil selbst das heimliche Rauchen oder der Nikotingenuss draußen vor der TĂŒr sozusagen abstrahlen. Man hat das in den Klamotten, in den Haaren, an den Fingern – und schĂ€digt auch so immer noch das Ungeborene. Also lassen Sie es bitte ganz. FĂŒr Schwangere gilt: Meiden Sie jeden Kontakt mit Nikotin und Qualm. Wenn Sie auch nur den Hauch von Rauch bemerken, gehen Sie sofort.

Die Angst Schwangerer, dass ihr Kind Entzugserscheinungen haben könnte, wenn sie mit dem Rauchen aufhören, ist unbegrĂŒndet. Die weitaus ĂŒberwiegende Zahl von Fachmeinungen dazu ist eindeutig. Wer mit dem Rauchen vor der Schwangerschaft oder direkt nach deren Bekanntgabe aufhört, braucht nicht mit Symptomen von Entzug beim Neugeborenen zu rechnen. Allerdings: Wenn Schwangere wĂ€hrend der Schwangerschaft trotzdem weiterrauchen, dann werden die Babys unter Entzug leiden, weil sie ja nach der Geburt das Nikotin nicht mehr direkt in der Menge mitbekommen. Und noch eins: Fangen junge MĂŒtter wĂ€hrend der Stillzeit wieder an zu rauchen, kann auch das Konsequenzen fĂŒr den SĂ€ugling haben. Denn das Nikotin und andere gesundheitsschĂ€dliche Stoffe geraten ĂŒber die Muttermilch in den dann eigenstĂ€ndigen Organismus des Kindes. Man hat in Langzeit-Beobachtungen festgestellt, dass solche Kinder verstĂ€rkt unter Erkrankungen der Atemwege, MittelohrentzĂŒndungen und Bronchitis leiden. MĂŒtter sollten also so lange nicht rauchen, wie sie ihr Kind stillen.

Und auch hier ist wieder das Problem des Passivrauchens zu beachten. Babys sollten von jedem Zigarettenqualm ferngehalten werden. Reinigen Sie vorher WĂ€nde, Tapeten, Gardinen, Decken, Polstergarnituren, Stuhlsitzauflagen und einfach alles, wo sich der Rauch festgesetzt haben könnte. Sie sehen also: Sie mĂŒssen umfangreiche Vorkehrungen fĂŒr das Neugeborene treffen. Sie können es sich einfacher machen, indem Sie ein neues Zimmer komplett fĂŒrs Baby einrichten. Und da wird es dann immer versorgt und hĂ€lt es sich auf. Aber Sie wissen ja: So ganz konsequent ist man dann auch nicht immer. Es klingelt das Handy, das im Wohnzimmer liegt. Oder es kommt jemand zu Besuch und Sie mĂŒssen mit dem Baby im Arm die TĂŒr öffnen. Die Eieruhr in der KĂŒche rappelt, und Sie können das Neugeborene nicht auf der Wickelkommode liegen lassen. Also besser ist es deswegen: Richten Sie Ihre komplette Wohnung voll auf Baby ein – mit allen Konsequenzen. Vielleicht steht sowieso seit langem eine Renovierung der eigenen vier WĂ€nde an. Also streichen Sie komplett oder tapezieren neu. Reinigen Sie Ihre vom Nikotin verseuchte Wohnung grĂŒndlich oder kaufen gleich neue Möbel. Das Baby wird es Ihnen mit seiner Gesundheit spĂ€ter danken.

Noch ein wichtiger Grund dagegen

Haben Sie sich schon einmal mit einem Raucher oder einer Raucherin eingelassen? Dann wissen Sie bestimmt auch, wie ekelhaft es ist, jemanden zu kĂŒssen, der gerade geraucht hat. Selbst wenn Sie selbst auch rauchen, ist der Geschmack von frischem Nikotin total abstoßend. Sie verringern also erheblich Ihre Chancen beim anderen Geschlecht, wenn Sie Zigaretten qualmen. Damit noch nicht genug. Der Geruch setzt sich in Ihrer Kleidung und Ihren Haaren fest. Bei einem Rendezvous will man doch angenehmen DĂŒften begegnen – von Lavendel, Opium oder anderen ParfĂŒmen, bei MĂ€nnern eher herbere, kantigere DĂŒfte, aber auf keinen Fall Nikotingeruch. Oder sie streicheln durch die Haare der Freundin und haben klebrige StrĂ€hnen zwischen Ihren Fingern, die nach Zigaretten stinken. Wollen Sie da noch weitermachen? Das mit dem SchĂ€ferstĂŒndchen hat sich dann wohl schnell erledigt. Also, tun Sie etwas fĂŒr Ihre AttraktivitĂ€t, indem Sie mit dem Rauchen aufhören. Es sei denn, Sie wollen Ihr Leben allein fristen. Dann konservieren Sie sich in Ihrem Qualm.

Was spricht noch gegen Nikotingenuss?

Neben den ĂŒberzeugenden gesundheitlichen Argumenten gegen den Nikotingenuss kommt eine Vielzahl Ă€sthetischer Argumente. Die Haut altert schneller – natĂŒrlich je nach Typ unterschiedlich. Den meisten Frauen sieht man an, dass sie lange geraucht haben. Auch bei MĂ€nnern fĂ€llt das auf, aber dort eher an den vergilbten Fingern und NĂ€geln. Nikotin lĂ€sst uns insgesamt Ă€lter aussehen. Dazu kommt insbesondere bei Frauen eine oft tiefe, raue Stimme, die sich wenig feminin anhört. Verbunden mit Alkoholkonsum wirken starke Raucherinnen wie abgetakelte Animierdamen in einem Western-Saloon. Das ist alles unerotisch. Die ZĂ€hne vergilben und werden sehr unappetitlich. Es mag ja jemand seinen Charme haben, aber spĂ€testens, wenn uns dieser dann mit seinem vergilbten Gebiss anlĂ€chelt, hat sich das Thema mit dem Date erledigt.

Die in der Öffentlichkeit sichtbare AbhĂ€ngigkeit vom GlimmstĂ€ngel lĂ€sst nicht gerade auf einen starken Charakter blicken. Wie armselig wirken Menschen auf uns, die nach jeder Sitzung hilflos zitternd vor die TĂŒr rasen, um eine weitere Kippe hastig aus der Tasche zu fingern? Es sind doch wirklich hilflose Gestalten, die sich nicht mehr beherrschen können und von der Zigarette so sehr abhĂ€ngig sind. Beobachten Sie einmal starke Raucher, die in einer Konferenz sind und nicht den Saal verlassen dĂŒrfen. Die können sich kaum noch auf das Thema konzentrieren, spielen nervös mit ihrem Kugelschreiber, den sie wie eine Zigarette zwischen ihren Fingern halten, so als wollten Sie aus ihrem SchreibgerĂ€t einen tiefen Zug inhalieren.

Halten Sie sich nur einmal den volkswirtschaftlichen Schaden durch die Qualmerei vor Augen: Wie viel Arbeitszeit geht dadurch verloren, dass Menschen Zigarettenpausen einlegen? Das Thema ist gelegentlich von Arbeitgebern angesprochen worden. Ein Sturm der EntrĂŒstung war die Folge. Es wird aber nicht mehr lange dauern, dann wird das zum Streit bei Tarifverhandlungen. In Amerika haben wir inzwischen viel strengere Regeln. Und es wird garantiert Leute geben, die einen Arbeitsplatz aufgeben, weil Sie keine Chance zum Rauchen mehr haben.

Es gibt so viele GrĂŒnde, mit dem Rauchen aufzuhören. Der wichtigste sollte uns einfach sein, dass wir eine Verantwortung fĂŒr unser eigenes Leben haben – und fĂŒr das unserer Partnerin, unseres Partners und unserer Kinder. Mit dem Rauchen werfen wir Lebensjahre leichtsinnig weg, die wir gemeinsam verbringen könnten und die wir unsere engsten Vertrauten allein zurĂŒcklassen. Wir verkĂŒrzen unser Leben und stĂŒrzen unsere NĂ€chsten ins Chaos, in die Verzweiflung und Trauer. Was tun wir uns und unserer Familie damit nur an? Als Raucher sind wir sehr verantwortungslos.

Wege aus der Nikotinsucht

Nun haben wir eigentlich genug Argumente gehört, warum das Rauchen einerseits so schĂ€dlich ist und warum wir endlich aufhören sollten. Ziel dieses Buches ist es aber auch, Ihnen dabei zu helfen, einen Weg aus der Sucht zu finden. Und den wollen wir nun Schritt fĂŒr Schritt angehen. Auch Sie können in wenigen Tagen mit dem Rauchen aufhören. Zugegeben, es ist nicht einfach, aber es ist machbar.

Wir fangen noch einmal mit dem brutalen Beispiel an: Jemand steht kurz vor einem Herzinfarkt. Atemlosigkeit, HustenanfĂ€lle, Kopfschmerzen. Er schleppt sich zum Krankenhaus. Der junge Internist macht die ersten Untersuchungen und Schnelltests, um eine akute Bedrohung auszuschließen. Bei der Abfrage der Vorerkrankungen wird deutlich, mit wem er es hier zu tun hat: Bluthochdruck, Diabetes, zu hohe Fettwerte, Übergewicht – und eben starker Raucher. Dem jungen Arzt platzt spontan der Kragen: „Kommen Sie mit auf meine Station. Da sehen Sie mindestens zehn Patienten in Ihrem Alter mit einem Herzinfarkt. Ich gebe Ihnen noch drei Jahre!“ Die Schocktherapie saß. Manche Menschen laufen nur unter Druck zur Höchstform auf. Sie brauchen die Bedrohung, um plötzlich eine Kehrtwende in ihrem Leben – auch mit dem Kopf – zu wollen und einzuleiten. Das funktioniert aber nicht immer. Dennoch zeigt das Beispiel eine Grundtendenz, die allen Aufhörwilligen gleich ist: Sie mĂŒssen es wirklich selbst wollen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Eine verordnete Gewichtsreduktion funktioniert nicht: „Sie haben in einer Woche drei Kilo abzunehmen!“ Warum auch? Ich mag die Torten, ich liebe das Leben und den Genuss. Ich habe ja sonst nichts, also fresse ich weiter. Wer nicht selbst davon ĂŒberzeugt ist, nun endlich den Anker zu werfen und fĂŒr seine Gesundheit etwas zu tun, der wird nie starten. Und noch eins gleich vorweg: Mit wachsendem Alter wird alles schwieriger: Ob Waschbrettbauch, Abnehmen oder mit dem Rauchen aufzuhören, werden Sie Ă€lter, verfestigen sich Strukturen und Gewohnheiten immer mehr und der Weg zurĂŒck wird steiniger. Und es kommt ein gewaltiges Argument hinzu: Nun bin ich 60, da will ich mir doch die letzten paar JĂ€hrchen nicht noch Stress machen. Gut, die letzten paar JĂ€hrchen könnten nach heutiger Statistik durchaus auch noch zwei Jahrzehnte sein. Aber wer damit glĂŒcklich wird, mit 60 als Diabetiker lieber mit vollem Genuss noch zwei Jahre zu genießen, weil dem die 15 oder 20 Jahre, die er mit Kontrolle, Entbehrung und Disziplin sich abquĂ€len mĂŒsste, zu viel sind, ok: Das ist eine bewusste Entscheidung gegen das Leben und fĂŒr den Genuss. Den können Sie auch nicht mehr ĂŒberzeugen. Deshalb ist mit dem Rauchen aufzuhören erst einmal Kopfsache, und zwar die eigene.

Treffen Sie eine bewusste eigene Entscheidung

Entscheiden Sie sich also erst einmal ganz bewusst: Ja, ich will mit dem Rauchen aufhören, Punkt! Es ist Ihre Entscheidung. Dann haben Sie schon einmal einen wichtigen Schritt getan.

Es kommt wie so hĂ€ufig im Leben auf die richtige innere Einstellung an. Die eigene Gesundheit muss Ihnen wichtiger und natĂŒrlich die eigene Familie viel wertvoller sein als ein profaner Genuss.

Wie wollen Sie eigentlich in wirklich kritischen Situationen die richtige Entscheidung treffen, wenn die Sucht Sie beherrscht und Sie gnadenlos im Griff hat?

Wie wollen Sie ĂŒberhaupt die Autonomie ĂŒber sich selbst wieder zurĂŒckgewinnen? Oder wollen Sie sich stĂ€ndig von fremden KrĂ€ften lenken und beherrschen lassen?

Das Ureigenste des Menschen ist doch seine IndividualitĂ€t, sein eigener freier Wille. Wer den „verkauft“, ist nicht mehr Herr seiner selbst. Es ist das höchste Gut des Menschen. Machen Sie sich das bewusst. Gewinnen Sie endlich Ihre eigene SouverĂ€nitĂ€t ĂŒber sich selbst, ĂŒber Ihren Körper, ĂŒber Ihren Willen und Entscheidung wieder zurĂŒck. Machen Sie sich diesen Zustand einmal klar, dann haben Sie bereits viel gewonnen.

Danach sollte als nĂ€chstes der Gedanke kommen, wie viel Geld Sie buchstĂ€blich durch den Kamin jagen. Es gibt ja Menschen, die jeder Verlockung erliegen und denen das Geld relativ locker sitzt, wie man so sagt. Die haben allerdings auch schon eine Woche vor Monatesende Probleme damit, genug zum Essen zu haben – Ebbe in der Geldbörse. Genauso geht es Ihnen mit dem Rauchen: Was schmeißen Sie nur das Geld zum Fenster hinaus! Sind Sie MillionĂ€r, können Sie sich das leisten? Halten Sie endlich Ihr Geld zusammen. Denn Sie haben schließlich eine Verantwortung. Sie können nicht egoistisch Ihrer Familie das viele Geld fĂŒr Ihre Nikotinsucht entziehen. Kleiner Trick: Stellen Sie eine Spardose auf und werfen fĂŒr jede Packung Zigaretten mindestens den gleichen Betrag fĂŒr Ihre Angehörigen hinein – eigentlich mĂŒsste es ja der doppelte Obolus sein fĂŒr die verschmutzten WĂ€nde, Gardinen und dergleichen mehr. Klingelt es bei Ihnen?

Wer nicht will, dem kann man auch nichts auf Auge drĂŒcke. Der wird immer ein Schlupfloch finden. Zwangsmaßnahmen haben immer zu allen Zeiten und in jedweder Situation zum Ausbruch gefĂŒhrt. Warum ĂŒbt denn das Rauchen eine so große Faszination auf junge Menschen aus? Weil es verboten ist! FĂŒr sie ist die Zigarette der Sprung in die andere Welt so wie fĂŒr einen Lottogewinner die Möglichkeit besteht, ein ganz anderes Leben zu fĂŒhren. Man darf mit 18 Jahren wĂ€hlen und Auto fahren, wird volljĂ€hrig und tritt in eine Welt mit neuen Rechten. Bis zum Alter von 16 Jahren ist das Rauchen verboten – aber nicht mit allzu großen Strafen belegt. Wer mit 16 Auto fĂ€hrt, riskiert, erwischt zu werden und dann erst spĂ€ter seinen FĂŒhrerschein zu bekommen. Wer vor 16 mit einer Zigarette erwischt wird, erfĂ€hrt nahezu keine Sanktionen. Man nimmt ihm lediglich die Zigaretten weg, verstĂ€ndigt vielleicht noch die Eltern, die dann je nach Lage ihre eigenen Sanktionen erlassen oder es mit einer Ermahnung ahnden. Was sollte also einen neugierigen Jugendlichen daran hindern, das Verbot des Rauchens zu durchbrechen? Junge Menschen sind neugierig. Sie kennen die Welt noch nicht in allen Details und wollen unbedingt und ĂŒberall hinter die Kulissen schauen. Insofern haben Eltern und Erzieher, aber auch die Öffentlichkeit die Aufgabe, Heranwachsende durch vernĂŒnftige ErklĂ€rungen davon zu ĂŒberzeugen, es selbst nicht zu wollen. So wie ein Jugendlicher die glĂŒhende Herdplatte als eine Gefahr fĂŒr seine Hand sieht, muss er auch das Rauchen als eine GefĂ€hrdung seiner Gesundheit betrachten. Als Erwachsene oder Gesellschaft kann man nur in dieser Form darauf hinarbeiten, dass auch Jugendliche eine bewusste Entscheidung fĂŒr sich selbst treffen. Gerade deshalb brauchen wir starke junge Menschen, die auch beharrlich nein sagen, selbst wenn der Gruppenzwang mĂ€chtig wird.

Nur wer selbst bewusst entscheidet, keine Drogen zu nehmen, nicht Alkohol zu trinken und eben nicht zu rauchen, wird stark genug sein, den vielen Angeboten zu widerstehen. Wir sollten es akzeptieren, wenn Menschen kein Bier, Wein oder Schnaps trinken wollen und sie nicht zwingen. Im Gegenteil: Ziehen wir unseren Hut vor jungen Menschen, die sich widersetzen. BestĂ€rken wir doch Jugendliche, in allem ihren eigenen Strandpunkt im Leben zu finden. Es gibt junge Leute, die gerade in der heutigen Zeit meinen: keinen Sex vor der Ehe. Wir sollten sie nicht durch den Kakao ziehen und ĂŒber sie hinterrĂŒcks lĂ€stern. Das ist ein starkes Zeichen – Respekt! Genauso gilt das fĂŒr den Nikotinkonsum.

NatĂŒrlich ist jeder Mensch ein Individuum mit unterschiedlichen Anlagen. Der eine ist sehr konsequent und diszipliniert. Es gibt die introvertierten (in sich gekehrten) Typen und die extrovertierten, die alles gleich aus sich herausschreien. Ein anderer ist dagegen eher flatterhaft und leicht beeinflussbar. Genauso gibt es clevere „VerfĂŒhrer“, die das erkennen. Erwachsene haben die grĂ¶ĂŸere Lebenserfahrung und nutzen sie manchmal aus. Nur so funktioniert das Prinzip der sexuellen VerfĂŒhrung. Der Erwachsene mit der Raffinesse seiner Lebenserfahrung und der Macht seiner (auch finanziellen) Möglichkeiten nutzt die Neugier Heranwachsender mit seinen VerfĂŒhrungskĂŒnsten aus. Deshalb ist es in der elterlichen wie in der schulischen Erziehung wichtig, auf diesen Mechanismus hinzuweisen, ihn zu entlarven, damit man nicht auf ihn hereinfĂ€llt. Dennoch bleiben Menschen labil und fest verankert, konsequent und experimentierfreudig, anfĂ€llig und robust. Umso wichtiger ist es, auch Heranwachsende auf festen Boden zu stellen, auf eigene FĂŒĂŸe, auf denen sie ihre eigene Meinung entwickeln, zum Beispiel: „Nein, ich rauche nicht!“ Wir können ihnen noch so viel beibringen, noch so viel erzĂ€hlen, wie schĂ€dlich Rauchen ist. Sie mĂŒssen es selbst entscheiden und den Satz aussprechen: „Nein ich will nicht!“ Oder positiver, bejahender und damit noch stĂ€rker ausgedrĂŒckt: „Ja, ich will nicht!“ Das ist meine eigene Entscheidung und nicht das, was meine Eltern und Lehrer mir eingeimpft haben.

Die Kraft positiver Gedanken

Es gibt eine Denkrichtung, die behauptet: Mit der Kraft positiver Gedanken kann ich alles im Leben erreichen. Wenn ich nur positiv genug denke, sind mir die großen Ziele im Leben möglich: Beruf, Beziehung, Erfolg, Geld, GlĂŒck und Zufriedenheit. Positive Gedanken haben eine solche Kraft, dass sie Berge versetzen können. Betrachten wir das Thema einmal umgekehrt: Ein Mensch, der immer nur negativ denkt und das Schlimmste befĂŒrchtet, dem passiert es wahrscheinlich auch meistens so. Wenn ich schon erwarte, dass mir etwas nicht gelingt, gehe ich schon gehemmt an meine neue Aufgabe heran. Wenn ich von meinen Mitmenschen immer nur Schlechtes denke, begegne ich Ihnen auch schon unfreundlich, mit herunter hĂ€ngenden Mundwinkeln. Um auf unser Thema zurĂŒck zu kommen: Wenn ich mir immer nur vorstelle, es sowieso nicht zu schaffen, die Finger von den Zigaretten zu lassen, fĂ€llt es mir umso leichter zu rauchen. Wenn ich alle Warnungen im Zusammenhang mit dem Nikotingenuss nicht ernst nehme, habe ich auch keine GrĂŒnde, warum ich es nicht doch mal probieren könnte.

Die amerikanische Erfolgsautorin Rhonda Byrne hat das Buch „the power“ – die Kraft – verfasst. Die wenigsten kennen es, obwohl es millionenfach auch in Deutsch veröffentlicht wurde. Man muss es immer wieder lesen, um die Sprengkraft dieses kleinen BĂŒchleins zu erkennen. Sie nennt es „Das Handbuch zur grĂ¶ĂŸten Kraft im Universum“ – nĂ€mlich die Kraft, alles zu bekommen, was Sie sich wĂŒnschen. Die Kraft, es im Leben gut zu haben, liege in einem selbst. „Um alles zu verĂ€ndern, brauchen Sie nur eins: the power“, sagt Rhonda Byrne in ihrem Vorspann. Sie war selbst in einer ausweglosen Lage, hatte hart gearbeitet und gekĂ€mpft, um ĂŒber die Runden zu kommen. An einem bestimmten Tag wurde es so eng, dass die problematischen UmstĂ€nde sie buchstĂ€blich in die Knie zwangen. Beziehungen, Gesundheit, Karriere, finanzielle Mittel – alles war verfahren. Ihr Vater war plötzlich gestorben. Sie wusste nicht mehr weiter. Dann passierte etwas. Ihre Tochter gab ihr ein hundert Jahre altes Buch („The Science of Getting Rich“ von Wallace Wattles). Rhonda Byrne verschlang es in neunzig Minuten, die ihr ganzes Leben verĂ€ndern sollten. Sie hatte nĂ€mlich ein ĂŒber Jahrhunderte ĂŒberliefertes Geheimnis entdeckt, von dem bisher nur wenige Menschen Kenntnis hatten. Mit einem Mal begriff sie eine unglaubliche Wahrheit. Sie hatte nĂ€mlich jahrzehntelang in dem Glauben gelebt – wie die meisten Menschen -, dass uns die Dinge im Leben, auch das Rauchen, so einfach passieren. Sie schuf den Film „The Secret“ und schrieb ein gleichnamiges Buch, das sich in Lichtgeschwindigkeit verbreitete. Daraufhin haben zig Millionen Menschen in jedem Land der Welt aufgrund dieses Wissens ihr Leben auf die unglaublichste Weise verĂ€ndert. Tausende erstaunlicher Geschichten erreichten sie. Sie bekam unendliche Einblicke in das Leben von Millionen, warum man sich mit so vielen Schwierigkeiten konfrontiert sieht. Aus diesen Erkenntnissen kam das Wissen ĂŒber „the power“ – die Kraft. Ein Wissen, das das Leben augenblicklich verwandeln kann. WĂ€hrend das Buch entstand, starb ihre Mutter. Sie hinterließ Rhonda Byrne das VermĂ€chtnis, die bestmöglichen Menschen zu sein und bedingungslos zu lieben, um die Welt zu verĂ€ndern. Diese Rhonda Byrne ist davon ĂŒberzeugt, dass man tĂ€glich immer erreichen muss, mehr positive Gedanken als negative zu haben: 51 Prozent mĂŒssen positiv sein. Mit dieser Kraft kann man sogar einen bevorstehenden Bankrott abwenden. Wenn man negative GefĂŒhle in Zusammenhang mit Geld hat, muss man sie in positive verĂ€ndern, etwa so: Sie bekommen Ihre Handy-Rechnung. Dann freuen Sie sich, weil diese Rechnung ihre Berechtigung hat. Wenn Sie es nicht schaffen, zu einem Menschen positive Beziehungen aufzubauen, durch Liebe, gutes Zureden, GefĂ€lligkeiten – dann gehen Sie ihm aus dem Weg, ja, trennen Sie sich von ihm. Er sorgt bei Ihnen nur fĂŒr negative Gedanken. Gehen Sie negativen GefĂŒhlen aus dem Weg. Wenn Sie eine Frau verehren, dann tun Sie so, als sĂ€ĂŸe sie bereits neben Ihnen. Decken Sie den FrĂŒhstĂŒckstisch fĂŒr zwei, reden Sie mit ihr, als sĂ€ĂŸe sie bereits neben Ihnen. Genauso ist es mit dem Rauchen.

Entwickeln Sie positive GefĂŒhle fĂŒr ein Leben ohne Zigaretten. Wie schön ist es ohne Rauchen, ohne Qualm, ein tiefes Einatmen reiner Luft. Verbinden Sie positive Gedanken mit dem Verzicht aufs Rauchen. Sie mĂŒssen Liebe fĂŒr das aussenden, was Sie haben möchten, empfiehlt Rhonda Byrne das. Also senden Sie Liebe fĂŒr ein Leben ohne Zigaretten aus, fĂŒr die Gesundheit, die Sie dadurch erhalten, fĂŒr das Wohlbefinden, fĂŒr das, was Sie damit Ihrer Familie Gutes tun. Dann können Sie es schaffen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Programmieren Sie sich selbst um!

Wie soll das denn gehen? Man weiß ja, dass bewusste WesensverĂ€nderungen – also vom DrogensĂŒchtigen zum Cleanen – nur durch eine GehirnwĂ€sche funktionieren. So hat man einst im Kalten Krieg Spione zum Reden gebracht. Und so Ă€hnlich geht eine Eigen-GehirnwĂ€sche, oder nennen wir sie etwas weniger bedrohlich ein Selbst-Umprogrammieren, nĂ€mlich in Form der Auto-Suggestion. Sie sind in der Lage, Ihr Unterbewusstsein selbst von Rauchen auf Nichtrauchen umzuprogrammieren. Das klingt jetzt relativ einfach, ist es im Prinzip auch. Aber dazu gehört schon etwas mehr Background. Unser Unterbewusstsein sendet an unser Gehirn Signale, etwa „jetzt rauchen“ oder „Zigarette genießen“ und „tiefen Zug inhalieren“. Geht es Ihnen nicht auch so, dass Sie in bestimmten Situationen instinktiv zur Zigarette greifen – nach dem FrĂŒhstĂŒck beispielsweise, zur Tasse Kaffee oder zum Bier? Ohne sich dieses Handeln wirklich bewusst zu machen oder es rational zu planen. Das sind Rituale. Wir haben uns diese Dinge angewöhnt und greifen sie jetzt wie im inneren Film aus unserem Unterbewusstsein ab. Das Unterbewusste hat sich bestimmte Verhaltensweisen gemerkt, weil wir sie hundertmal so gemacht haben. Nun gibt es Befehle, und wir reagieren so. Dieses Unterbewusstsein können Sie, haben neurologische Wissenschaftler festgestellt, trainieren und auch wieder umprogrammieren. Die Erkenntnisse dahinter sind viel komplizierter. Deshalb wollen wir sie nur verkĂŒrzt erlĂ€utern, zumindest den Mechanismus erklĂ€ren, wie so etwas funktioniert. Es gibt so genannte Formel-SĂ€tze oder Formeln, die Sie selbst zurechtlegen und immer wieder laut oder leise wiederholen, etwa so: „Nicht zu rauchen ist angenehm“, „Rauchen schadet meiner Gesundheit“, „Ich schaffe es, keine Zigarette mehr anzufassen“, „Ich will gar nicht rauchen“, „Rauchen schmeckt gar nicht“, Ich liebe meine Frau und deshalb rauche ich nicht“, „Ich schaffe das, nicht mehr zu rauchen“ und so weiter. Legen Sie sich Formeln zurecht, mit denen Sie besonders gut klarkommen. Sagen Sie sich diese kurzen SĂ€tze immer wieder. Auch das muss ein Ritual werden, vor allem dann, wenn es Ihnen in den Fingern kribbelt, wieder eine Zigarette anzufassen. Gehen Sie durch den Wald und schreien diese SĂ€tze laut aus sich heraus, immer wieder. Versuchen Sie es mal, nur eine Viertelstunde lang immer wieder diesen einen Satz zu wiederholen. Bleiben Sie bewusst dabei und denken nicht insgeheim an etwas anderes. Es macht keinen Sinn, eine Zigarette zwischen den Fingern zu halten und die Formel dabei aufzusagen. Immer, wenn der Druck besonders groß wird, sollten Sie sich auf diese FormelsĂ€tze besinnen. Aber auch zwischendurch im MĂŒĂŸiggang mĂŒssen sich solche Formeln wie Vokabeln, die Sie lernen, in Ihr Unterbewusstsein einbrennen – so lange, bis Ihr Unterbewusstsein sie akzeptiert hat und Sie zu einem instinktiven Handeln genau in diese Richtung treibt.

Autosuggestion ist also nichts anderes, als Ihr Unbewusstes zu trainieren, an etwas zu glauben. Die wiederholte Selbst-Affirmation (Versicherung, Beteuerung durch FormelsĂ€tze) – immer in Form einer Zustimmung oder Bejahung – ist nichts anderes als eine Selbst-Hypnose. Man kann sie auch als eine selbst vorgenommene Beeinflussung der eigenen Psyche ansehen. Am besten funktionieren solche autosuggestiven Formeln, wenn man sich die Situation auch noch mental visualisiert. Also: Sie sagen sich immer wieder „Ich höre mit dem Rauchen auf“ und stellen sich dabei vor, mit einer hĂŒbschen Frau – Ihrer Traumfrau vielleicht – rauchfrei durch den Wald zu gehen und die reine Luft der Natur tief einzuatmen. Dann unterstĂŒtzen Sie mit der Kraft Ihrer Gedanken das formelhafte EinprĂ€gen dessen, was Sie Ă€ndern möchten, und zwar so sehr, dass Sie Ihr Unterbewusstes umprogrammieren, damit das in Zukunft andere Befehle abgibt und Ihren Instinkt verĂ€ndert. Bei Instinkt denken wir an Tiere. Hunde verteidigen instinktiv Ihr Herrchen durch ein Bellen, wenn jemand anderes hinzukommt. Jagdhunde rennen instinktiv Hasen oder FĂŒchsen hinterher, greifen nach Vögeln. Es ist ihr Jagdinstinkt, den sie quasi mit der Geburt von ihrer Rasse „Jagdhund“ geerbt haben. So Ă€hnlich muss man sich die Angewohnheiten (Instinkte) der Menschen vorstellen. Da Menschen denkende Wesen sind, bedeuten Instinkte fĂŒr Menschen eher niedere, tierische Werte. Insofern sollte man sich auch einmal vor Augen halten, welche niederen Werte wir mit der schlechten Angewohnheit zu rauchen, eigentlich bedienen. Es sind animalische Instinkte, denen wir uns hier hingeben, eigentlich eines Menschen unwĂŒrdig, sich so vom Rauchen beeinflussen zu lassen.

Wie sind die ersten konkreten Schritte?

Wenn Sie sich klar entschieden haben, nicht mehr zu rauchen, mĂŒssen Sie in kleinen Schritten arbeiten. Rom ist bekanntlich auch nicht in einem Tag erbaut worden. Viele scheitern in Ihren TrĂ€umen und Zielen daran, dass sie zu Anfang gleich alles erreichen wollen und sich einfach zu viel auf einmal vornehmen. Die Zauberformel sind kleine Schritte. Zum großen Ziel kommt man nur im GĂ€nsemarsch oder manchmal auch nur im Schneckentempo. Setzen Sie sich ĂŒberschaubare Etappen, die zu schaffen sind. Nach jeder erfolgreich geschafften Staffel haben Sie etwas erreicht, fĂŒr das Sie sich erstmal belohnen dĂŒrfen. Gönnen Sie sich ein schönes Buch, ein neues T-Shirt – aber um Gottes Willen keine Zigarette. Gehen Sie in die frische Natur, in den Wald, an den Fluss und atmen reine Luft statt giftigem Dampf. Pusten Sie Ihre Lungen bis in die tiefsten Spitzen durch. Tanken Sie Sauerstoff fĂŒr Ihren ganzen Körper. Sie können stolz auf sich selbst sein. Sie haben die erste Etappe geschafft. Das gibt doch gleich Auftrieb fĂŒr mehr. Sie sehen, auch das schwierige Ziel, nicht mehr zu rauchen, geht nur in kleinen Schritten. Praktisches Beispiel: Die erste Etappe kann so aussehen, dass Sie Ihren Tageskonsum von zwanzig auf zehn Zigaretten reduzieren oder auf die Morgenzigarette verzichten oder auf die Kippe zum Kaffee – wie auch immer. Suchen Sie sich eine fĂŒr Sie erreichbare Etappe aus. NatĂŒrlich können Sie auch gleich den kalten Entzug wĂ€hlen und sofort aufhören. Manche meinen, beim Rauchen hilft nur dieser Weg. Dazu kommen wir spĂ€ter. Nachhaltiger und auf Dauer erfolgreich ist es, sich das Rauchen in kleinen Schritten abzugewöhnen und die Entgiftung des Körpers langsam vorzunehmen. Kriegstechnisch nennt man das, den geordneten RĂŒckzug antreten.

Sie mĂŒssen schließlich auch an den Entzug denken. Denn nach langem Nikotinkonsum hat sich Ihr Körper an Nikotin und andere Stoffe gewöhnt. Er hat sich also darauf eingestellt. Nehmen Sie ihm nun diese Stoffe weg, reagiert er mit bestimmten Entzugserscheinungen wie Zittern, SchweißausbrĂŒche, Kreislaufstörungen, Kopfschmerzen, NervositĂ€t und anderen Reaktionen. Der Stoffwechsel hat sich nĂ€mlich durch Nikotin und andere Gifte umgestellt. Bei einem kalten Entzug – also von jetzt auf gleich – kommt das geballte Paket auf einen zu. Vielleicht kennen Sie aus Filmen Menschen im Drogenentzug. Das kann sehr grausam sein. Solche Personen leiden schrecklich. Der ganze Körper zuckt. Sie krĂŒmmen sich vor Schmerzen. Diese Menschen können kaum noch eine Tasse Tee oder Kaffee ruhig in der Hand halten. Sie winseln wie kleine Kinder um einen Schuss, eine Pille oder einen Streifen Kokain zum Schnupfen. Ihre Körper sind ausgemergelt vom langen Drogenkonsum. Sie brauchen tĂ€glich eine bestimmte Ration, und die wird immer grĂ¶ĂŸer. Bekommen Sie die Drogen nicht mehr, reagiert ihr Körper wie beschrieben auf den Entzug, auf das nicht mehr ZufĂŒhren der Drogen. Mit Ă€hnlichen Bildern kann man das bei NikotinsĂŒchtigen beobachten. Auch ihre HĂ€nde zittern. Sie werden nervös. Innere Unruhe, Kopfschmerzen, ein Brennen in der Speiseröhre, SchweißausbrĂŒche und andere Reaktionen zeigen Menschen, die plötzlich keine Zigarette mehr rauchen, wenn sie zuvor zehn, zwanzig oder mehr Kippen am Tag durch ihre Lungen gezogen haben. Der Körper hat quasi seinen Modus auf Nikotin umgestellt. Bleibt das aus, reagiert er dagegen.

Bereiten Sie Ihr Umfeld vor

Bevor Sie beginnen, mit dem Rauchen Zug um Zug aufzuhören, stellen Sie Ihre Umgebung darauf ein: Ihre Wohnung, Ihre Arbeit, Ihre Freunde und Familie. Halten Sie sich möglichst von solchen Personen fern, die rauchen und Sie verfĂŒhren könnten. Sagen Sie am besten Familie und Freunden: „Ich höre jetzt mit dem Nikotingenuss auf. UnterstĂŒtzt mich bitte dabei!“ Entfernen Sie alle Aschenbecher und leeren Sie Zigarettendepots. Reinigen Sie Ihre Wohnung. Waschen Sie Gardinen und VorhĂ€nge. Nutzen Sie die Gelegenheit und renovieren Ihre Wohnung, tapezieren neu oder streichen Decken und WĂ€nde. Wenn nicht, versuchen Sie möglichst alle Stellen in der Wohnung von NikotinbelĂ€gen zu reinigen. Auf jeden Fall sollten Sie zuvor lange Ihre gesamte Wohnung krĂ€ftig durchlĂŒften, auch mal ruhig einen ganzen Tag lang. SĂ€ubern Sie Teppichböden und Fliesen, Laminate oder Holzböden. Der Zigarettenrauch hat sich ĂŒberall festgesetzt. FĂŒr Neustart drĂŒcken Sie jetzt auf Reinigung.

Entfernen Sie aus Ihrer Umgebung alles, was irgendwie mit Rauchen zu tun hat. Aschenbecher hatten wir bereits, auch Feuerzeuge, Streichhölzer, versteckte Depots mit der Notfall-Zigarette. Nein das geht gar nicht. Denn sonst tritt der Notfall bei Ihnen jeden Tag ein.

Sich selbst gut prÀparieren

Bereiten Sie sich auch innerlich vor – durch Literatur, Informationen aus dem Internet, gute RatschlĂ€ge von Freunden, die vor Ihnen schon mit dem Rauchen aufgehört haben. Lesen Sie sich vorher in das Thema ein, damit Sie wissen, auf was Sie sich einlassen und was auf Sie zukommt. Nur wenn Sie gut vorbereitet sind, können Sie auch optimal reagieren. Wenn Sie wissen, was alles passieren kann, erwischt es Sie nicht kalt im Schlaf. Wie der Chef seinen Mitarbeitern sagt: „Wenn Ihr Mist gebaut habt, will ich es zuerst wissen, damit ich auf Angriffe von außen vorbereitet bin. Nur so kann ich Euch auch verteidigen!“ Genauso ist es auch mit der Vorbereitung auf den Nikotinverzicht. Machen Sie sich stark, damit Sie bei aufkommenden Problemen gut dagegen halten können. Es ist ja auch ein probates Mittel, sich in die Situation des Angreifers zu versetzen. Große Konzerne prĂ€parieren sich exzellent auf Pressekonferenzen oder AktionĂ€rsversammlungen vor, indem sie alle möglichen Fragen, die gestellt werden könnten, sich selbst vorher schon mal beantworten. Im Fall des Falles wissen sie also, wie sie reagieren mĂŒssen. Genauso bereiten Sie sich darauf vor, mit dem Rauchen Schluss zu machen. Überlegen Sie sich also vorher, was alles passieren könnte. Halten Sie die Antworten oder Gegenreaktionen parat. Dann fĂ€llt es Ihnen leichter.

Vielleicht begeben Sie sich auch in Selbsthilfegruppen. Diskutieren Sie mit Gleichgesinnten. Es ist immer gut, RatschlĂ€ge aus einem anderen Blickwinkel zu bekommen. Mitstreiter an der Seite machen das eigene Problem viel kleiner. Und Sie können von den Erfahrungen der anderen lernen. Sie mĂŒssen nicht immer das Rad wieder neu erfinden. Glauben Sie ruhig denjenigen, die Ihre Vorhaben mit der Rauchentwöhnung schon hinter sich haben. Die sind deswegen in der Gruppe geblieben, weil sie sich weiter stark machen wollen. Denn nicht mehr zu rauchen, ist nicht damit getan, dass man zu irgendeinem Zeitpunkt keine Zigarette mehr anfasst. Planen Sie – leider – auch den RĂŒckfall mit ein. Ja, wie bei jeder Sucht gibt es leider immer wieder RĂŒckfalltĂ€ter. Seien Sie auch darauf vorbereitet. Ein RĂŒckfall darf Sie nicht grundsĂ€tzlich aus der Bahn werfen. Im Gegenteil: Sehen Sie einen RĂŒckfall als Motivation. Analysieren Sie, warum Sie wieder zur Zigarette gegriffen haben. Erst wenn Sie das wissen, wird es Ihnen beim nĂ€chsten Mal nicht mehr wieder passieren. Wichtig ist, dass der RĂŒckfall nicht nachhaltig ist, dass Sie nicht wieder komplett mit dem Rauchen loslegen und alle Ihre guten VorsĂ€tze gĂ€nzlich ĂŒber Bord werfen. Das wĂ€re fatal, dann hĂ€tte der kleine RĂŒckfall-Teufel wirklich gewonnen. Deshalb ist eine gute Vorbereitung so wichtig. Stehen Sie nach einem RĂŒckfall wieder auf und fangen erneut an, mit dem Nikotingenuss aufzuhören.

Unter UmstĂ€nden mĂŒssen Sie auch den Rat eines Psychologen hinzuziehen. Sie brauchen nĂ€mlich eine starke Psyche, um das Projekt Rauchentwöhnung anzugehen. Sie wissen doch: Um Ziele im Leben zu erreichen, muss man stark sein. Wenn Sie psychisch labil sind oder gar psychische Probleme wie Angst, Depression oder Schlaflosigkeit haben, dann wird es schwer. Sorgen Sie also vorher fĂŒr ein starkes NervenkostĂŒm – unter UmstĂ€nden rechtzeitig vorher durch Profis. Therapeuten unterstĂŒtzen Sie dabei, von Sucht in jeder Form loszukommen. Manchmal muss auch stationĂ€r in psychosomatischen oder psychologischen Kliniken (Suchtkliniken) ein so genannter „Nikotin-Abusus“ (Missbrauch) behandelt werden. Es gibt sogar spezielle Entziehungskuren, vor allem bei Drogenkonsum. Suchen Sie sich jemanden aus, der in Suchtproblematik firm ist. Möglicherweise hilft Ihnen Ihre Krankenkasse dabei, den richtigen zu finden. Sonst bekommen Sie Informationen im Internet, in Netzwerken, manchmal auch bei Ärzten und Psychologen auf dem Tisch des Wartezimmers oder in den Auslagen. Um VerĂ€nderungen im Leben durchzusetzen – Abnehmen, Rauchentwöhnung oder Alkoholentzug -, brauchen Sie eben diese starke Willenskraft, und das geht nur mit stabiler Psyche. Wenn Sie sich in Therapie begeben, mĂŒssen Sie zuallererst Vertrauen mitbringen. Da sind mit SuchtbewĂ€ltigung erfahrene Psychologen am Werk, die schon vielen Leuten geholfen haben. Die wissen, wie man Sucht ĂŒberwindet. Lassen Sie sich helfen.

Apropos Krankenkasse: Manche Kassen bieten sogar Rauch-Entwöhnungskurse an – bei nachhaltigem Erfolg sogar ganz kostenlos.

Action statt Langeweile

Wir haben auch schon gehört, dass ganz viel BeschĂ€ftigung hilft. Lassen Sie keine Langeweile aufkommen. Wenn Sie nĂ€mlich nichts mit sich anzufangen wissen, greifen Sie wieder zur Zigarette. Bewegung und BeschĂ€ftigung sind die Mittel der ersten Wahl gegen den RĂŒckfall und als Hilfe bei der Nikotinentwöhnung. Wer immer etwas zu tun hat – am besten dort, wo sowieso nicht geraucht werden darf -, kommt am schnellsten darĂŒber hinweg. Der denkt erst gar nicht daran. Und bei dem machen sich auch die Entzugserscheinungen weniger bemerkbar. Wenn Sie beispielsweise joggen, werden Sie nicht gleichzeitig rauchen. Oder laden Sie Nichtraucher-Freunde ein. Dann haben Sie gleich Aufpasser im Haus. Gestalten Sie Ihren Garten neu, rĂ€umen Sie den Keller auf, kochen Sie Marmelade ein oder beschĂ€ftigen Sie sich mit Ihrer Briefmarkensammlung. Am besten sorgen Sie dafĂŒr, dass Sie nicht alleine sind. Suchen Sie Kontakte, haben Sie Menschen um sich herum. Was halten Sie mal wieder von einem Schachspiel? MĂŒhle, Dame, Monopoly, Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, Mau-Mau oder Poker, denken Sie nach, was Sie alles unternehmen könnten. Gehen Sie schwimmen. Organisieren Sie zu Hause ein gemeinsames Kochen. Mit Freunden könnten Sie ein FĂŒnf-GĂ€nge-MenĂŒ zaubern. Das wird garantiert ein lukullischer Abend – ganz rauchfrei, außer Kartoffel- und Bratendampf. Es darf in Ihrem Tagesplan keinen Leerlauf geben.

Bewegung hilft immer

Bewegung ist immer gut. Denn sie baut außerdem Stress ab. Und den werden Sie garantiert beim Nikotinentzug bekommen. Wer sich bewegt, konzentriert sich auf seine Übungen, seinen Sport, seinen Spaziergang oder was auch immer: Golf, Tennis, Minigolf, Tanzen oder mit dem Hund an die frische Luft. Apropos Hund. Schaffen Sie sich einen Vierbeiner an. Der fordert Sie schon automatisch auf, mit ihm Gassi zu gehen. Ein Hund ist das beste Allheilmittel, sich selbst regelmĂ€ĂŸig zu bewegen. Sie bleiben fit und kommen erst gar nicht auf dumme Gedanken. Bewegung lenkt Sie ab. Sie mĂŒssen sich vom MĂŒĂŸiggang und dem GrĂŒbeln fernhalten. Eigentlich muss Ihr Terminkalender wie der eines Managers aussehen – jede Minute verplant! Sie sollten sich am Anfang Ihrer Rauchentwöhnung wirklich einen Plan machen und auch alle privaten Aktionen wie einen geschĂ€ftlichen Termin behandeln. Tragen Sie in die Liste Friseurbesuche ebenso ein wie WaldspaziergĂ€nge, Gassi gehen oder Kartenspiele. Sie brauchen einen ausgefĂŒllten Tag gegen den RĂŒckfall. DarĂŒber hilft Sport Ihrem Kreislauf wieder auf die Beine und hĂ€lt Sie gesund. Sie können natĂŒrlich auch ins Fitnessstudio gehen. Auch beim Sport ist es wichtig, einen Begleiter haben. Denn der hĂ€lt Sie davon ab, stĂ€ndig Ausreden zu finden, warum Sie mal wieder eine Stunde ausfallen lassen. Sie brauchen einen Antreiber. Den können Sie sich auch selbst organisieren, indem Sie etwas vorplanen. Steht am Nachmittag nach der Arbeit Sport auf Ihrem Plan, bereiten Sie die Trainingstasche schon vor der Arbeit vor. Sie erinnert Sie daran, wenn Sie nach Hause kommen, dass jetzt Fitnessstudio auf dem Plan steht. Sie wissen doch, bevor Sie mit dem Rauchen aufhören, dass es DurchhĂ€nger gibt. Also bauen Sie auf Ihrem steinigen Weg Erinnerungshilfen ein, etwa den Anruf der besten Freundin, die Sie an das Training erinnert, oder des Fitnessstudios, wenn Sie nicht pĂŒnktlich da sind. Es gilt, so viel vorzuplanen wie es nur eben geht. Denn der Weg wird steinig, das wissen Sie. Wenn Sie sowieso ein etwas labiler Kandidat sind, dann sollten Sie noch mehr planen. In dem Fall ist es sogar ratsam, sich erstmal ein stabiles NervenkostĂŒm anzutrainieren. Flattern Sie nicht bei jeder Gelegenheit. Werden Sie insgesamt cooler. Dann klappt es auch eher, die Zigaretten links liegen zu lassen.

Was ist die Tröpfchen-Therapie?

Ein ganz neuer Ansatz im Alkohol-Entzug könnte auch bedingt den vom Nikotin AbhĂ€ngigen helfen. Dabei sollen SĂŒchtige lernen, kontrolliert zu trinken. Das könnte insofern auch Rauchern helfen, wie man bei diesem Verfahren lernt, Schritt fĂŒr Schritt seinen Konsum zu reduzieren. Der Alkoholiker soll kĂŒnftig auch mit kleinen Mengen kontrolliert umgehen und sich nicht gleich wieder besaufen oder – wie bei so genannten QuartalssĂ€ufern – sich alle drei Monate die Kante zu geben. Der Raucher hingegen soll aber ganz aufhören. Da jedoch ein kalter Entzug oft grausam und nur schwer durchzuhalten ist, könnte der schrittweise Weg die Alternative sein. Insofern kann eine Tröpfchen-Therapie nur der erleichterte Einstieg in den komplett-Verzicht auf Zigaretten sein, was durchaus Sinn macht. Wer unter Anleitung Schritt fĂŒr Schritt weniger Zigaretten raucht, kann eines Tages darauf leichter ganz verzichten. Es ist wie immer ein Glaubenskrieg der unterschiedlichen Meinungen. Andererseits setzen gerade beim Nikotingenuss viele auf den kalten Entzug: radikal abrupt das Rauchen aufhören, komplett ohne HintertĂŒrchen. Man soll lieber grausame erste Tage und Wochen durchstehen, als lange zu experimentieren, was ja auch nicht wirklich das Aufhören lohnend macht. Eben deshalb mĂŒssen Sie sich vorher stark machen und alles sehr gut vorbereiten. Die Entzugserscheinungen federt zum Beispiel ein Nikotinpflaster ab.

Wie wirkt ein Nikotinpflaster?

Nikotinpflaster sehen viele aber auch als einen langsamen Entzug und eben nicht als den kalten Entzug. Denn sie haben so genannte Nikotin-Depots, die Sie auf die Haut kleben. Dann wird das Nikotin, an das sich Ihr Körper ja gewöhnt hat, durch die Pflaster an den Körper abgegeben. Sie inhalieren also nicht Nikotin zusammen mit anderen schĂ€dlichen Stoffen. Man nennt das das auch „Nikotinersatztherapie“ (NET) – englisch: NRT fĂŒr nicotine replacement therapy. Sie fĂŒhren also Ihrem Körper dosiert nikotinhaltige PrĂ€parate zu – als Ersatz fĂŒr die durch Rauchentwöhnung fehlende Nikotinzufuhr. Man hĂ€lt so einen gewissen Nikotinspiegel im Organismus aufrecht. Dies soll die Symptome eines Nikotinentzugs vermeiden oder abfedern. Dadurch soll der dauerhafte Verzicht aufs Rauchen erleichtert beziehungsweise ermöglicht werden. Man hat in Tierversuchen nachgewiesen, dass Nikotin ein sehr hohes Suchtverhalten fördert, wenn es schnell und in kurzen StĂ¶ĂŸen durch Inhalieren (oder intravenös) ins Gehirn gelangt. Nikotinpflaster haben dagegen ein relativ niedriges Suchtpotenzial, weil die Zufuhr geringer und kontinuierlicher erfolgt. So genannte Nikotinersatz-PrĂ€parate, zu denen auch Nikotinkaugummis, Nikotinlutschpastillen, Nikotin-Inhalatoren sowie Nikotin-Nasensprays zĂ€hlen, sollen helfen, das Verlangen nach Zigaretten und Nikotin zu dĂ€mpfen, indem sie langsam medizinisches Nikotin an den Körper abgeben. Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie inhalieren dabei keine weiteren Giftstoffe wie Teer, Kohlenmonoxid und andere krebserregende Stoffe, wie sie in Zigaretten enthalten sind. Das Nikotinpflaster können Sie zudem in verschiedenen StĂ€rken kaufen – je nachdem, wie stark Sie geraucht haben und wie viel Nikotin Sie nun als Ersatz brauchen. Man wechselt es tĂ€glich. Nikotinpflaster und andere PrĂ€parate gelten als Arzneimittel und sind nur in Apotheken erhĂ€ltlich. Sie können sie frei kaufen, weil dafĂŒr kein Rezept nötig ist. Allerdings: Wer allergisch auf Pflaster reagiert, kann sie nicht verwenden. Und das sind nicht wenige Menschen. Nikotinpflaster sind außerdem relativ teuer und mĂŒssen selbst bezahlt werden. Nicht jeder kommt mit den Nikotindepots auf der Haut klar. Manchen wird davon ĂŒbel.

Dennoch empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wie auch das Institut fĂŒr QualitĂ€t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen die Ersatztherapie zur UnterstĂŒtzung einer Rauchentwöhnung. Ihre Wirksamkeit ist in ĂŒber 130 Studien mit ĂŒber 40.000 Testpersonen belegt. NatĂŒrlich weisen auch gesundheitsökonomische Studien den Nutzen nach: Ein Ex-Raucher kann statistisch gesehen bis zu drei Lebensjahre mit Hilfe der Ersatztherapie gewinnen. Durchschnittlich spart er außerdem ĂŒber 15.000 Euro Krankheitskosten im weiteren Leben. Man kann bei der Verwendung von Nikotinpflastern mit einer bis zu zweifach erhöhten Abstinenzrate rechnen. Es gibt allerdings nur wenige Daten zur Langzeit-Abstinenz einer Rauchfreiheit ĂŒber zwei bis acht Jahre.

Schwangere sollten auch mit Nikotinpflastern vorsichtig sein, weil immerhin auch das Nikotin in reduzierter Form auf das Ungeborene einwirkt und auch dort seine schÀdigende Wirkung entfaltet.

Sind Nikotinpflaster wirkungslos?

Allerdings kommen aktuell warnende Hinweise aus den USA. Dabei wird der Nikotinersatztherapie jeder Nutzen abgesprochen. Sie mache es vielen sogar schwerer, mit dem Qualmen aufzuhören. Das Fachmagazin „Tobacco Control“ veröffentlichte jĂŒngst eine Studie. Die kam zu einem ganz anderen Ergebnis. Hillel Alpert von der School of Public Health in Boston befragte zusammen mit seinen Kollegen Erwachsene, die in den vergangenen zwei Jahren mit dem Rauchen aufgehört hatten, regelmĂ€ĂŸig immer wieder ĂŒber einen Zeitraum von sechs Jahren, ob sie weiter abstinent waren oder wieder rĂŒckfĂ€llig geworden sind und welche Art von Nikotinersatztherapie sie ĂŒber welchen Zeitraum genutzt hĂ€tten. Knapp ein Drittel der Teilnehmer hielt bis zur letzten Befragung durch. Fast jeder Dritte hatte am Ende der Befragung einen RĂŒckfall. Fast 20 Prozent der Teilnehmer nutzten Nikotinpflaster oder andere PrĂ€parate, um sich den Rauchstopp zu erleichtern. Und nun kommt eine interessante Feststellung: Die meisten wendeten die Nikotinpflaster falsch an. Empfohlen ist nĂ€mlich, die Mittel acht Wochen lang zu nehmen. Die meisten hielten höchstens sechs Wochen durch. Das Ergebnis der Studie: Weder fachliche Beratung noch Nikotinersatztherapie senkten demnach das Risiko der frischen Ex-Raucher, wieder zur Kippe zu greifen. Im Gegenteil: Starke Raucher, die mehr als 20 Zigaretten am Tag rauchten und zu einem Nikotinpflaster griffen, ohne sich von einem Arzt oder anderweitig beraten zu lassen, hatten eine doppelt so hohe RĂŒckfallquote wie starke Raucher, die nicht zu Pflastern, Kaugummis oder Sprays griffen. Die Wissenschaftler zogen das Fazit, dass Nikotinersatztherapien langfristig nicht dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Hillel Alpert forderte deshalb, die Ergebnisse klinischer Studien, in denen sich die Mittel als effektiv erwiesen, spĂ€ter bei der Nutzung in der allgemeinen Bevölkerung zu ĂŒberprĂŒfen. Gregory Conolly, Co-Autor der Studie, sagte in der New York Times, man habe etwas anderes erhofft. Er selbst hĂ€tte jahrelang ein Therapieprogramm geleitet, in das Millionen investiert worden seien. Die Forscher nehmen an, dass Ersatzprodukte nur kurzfristig beim Rauchstopp helfen. Sie linderten sonst einsetzende Entzugserscheinungen. Langfristig jedoch könnten sie eben nicht vor einem RĂŒckfall schĂŒtzen. Lois Biener, ebenfalls an der Studie beteiligt, fordert deshalb, kein Geld mehr zur Förderung solcher Nikotinersatzprodukte und stattdessen Geld fĂŒr Medienkampagnen gegen das Rauchen auszugeben. Er fordert auch, dass Zigaretten kĂŒnftig noch viel mehr kosten mĂŒssten.

Medizin gegen das Rauchen?

Gibt es wirksame Medizin gegen das Rauchen? Bupropion ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das in der Schweiz zunĂ€chst nur zur Rauchentwöhnung unter dem Handelsnamen Zyban zugelassen wurde. Inzwischen wird es – auch in Deutschland – als Antidepressivum (Wellbutrin) verwendet. Da es inzwischen sogar auf der SpezialitĂ€tenliste steht, bezahlen es sogar die Kassen. Allerdings wird das Medikament ausdrĂŒcklich zur Behandlung von depressiven Episoden verschrieben. Wenn die mit einem extremen Nikotinkonsum einhergehen, könnte der Psychiater oder Neurologe das PrĂ€parat verschreiben. Aber es geht eben nur ĂŒber den Weg des Facharztes. Wir haben ja bereits gelesen, wie Nikotin in unserem Gehirn wirkt. Insofern ist der Einsatz dieses Wirkstoffes logisch. Er ist nĂ€mlich ein selektiver Dopamin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (geringfĂŒgig auch ein Serotonin-Hemmer). Es hemmt also die AusschĂŒttung bestimmter Hormone in unserem Hirn und sorgt so ersatzweise dafĂŒr, dass wir nicht die unbĂ€ndige Sucht nach Nikotin haben. Es ist quasi ein chemischer Ersatzstoff wie Methadon beim Drogenentzug. Manche bezeichnen es deshalb als Medikament zur Rauchentwöhnung. Aber es muss mindestens die Indikation „depressive Episode“ hinzukommen, und die wird unweigerlich eintreten, wenn der Körper Entzugserscheinungen bei Rauchentwöhnung zeigt. Wie jedes Medikament haben auch solche PrĂ€parate ernste Nebenwirkungen. Deshalb muss deren Einsatz mit einem Arzt besprochen werden, der eventuell auch Wechselwirkungen zu bereits bestehender Medikation bewertet.

Manche bezeichnen als natĂŒrliche Alternativen zu chemischen Pharmazeutika so genannte rauchfreie Tabakprodukte wie Kautabak oder Schnupftabak zwecks Rauchentwöhnung. NatĂŒrlich sind die erheblich preiswerter und sollen angeblich das gleiche Wirkprinzip enthalten, was aber kritisch zu hinterfragen ist, weil die Chemie in dem Medikament ja bekanntlich direkt im Gehirn angreift. Der eindeutige Nachteil: Auch rauchfreie Tabakprodukte enthalten zum Teil krebserregende Schadstoffe. Sie stellen also bei lĂ€ngerem Genuss erhebliche Gefahren fĂŒr die Gesundheit dar.

Weitere unterstĂŒtzende Maßnahmen

Eine Rauchentwöhnung braucht viele kleine Helfer. Dazu gehört an erster Stelle eine gesunde ErnĂ€hrung. Ihr Körper ist jetzt besonderen Strapazen durch den Entzug ausgesetzt. Gönnen Sie sich also ganz viele Vitamine: Pressen Sie Orangen aus und trinken zum FrĂŒhstĂŒck einen frischen Saft. Viele Salate und GemĂŒse gehören auf den Speiseplan. Essen Sie NĂŒsse in allen Variationen. Trinken Sie viel Wasser. Als Ersatz fĂŒr Zigaretten nehmen Sie exotische Tees ins Programm. Verwöhnen Sie sich doch mal mit besonderen MenĂŒs. Denken Sie an Fisch auf Ihrem Speiseplan – mindestens einmal die Woche. Ihr Körper ist durch viele Schadstoffe geschwĂ€cht. Entschlacken Sie ihn innerlich wie Ă€ußerlich. Tun Sie auch etwas fĂŒr Ihre Seele: durch entspannende Musik, schöne DĂŒfte in der Wohnung, tolle Farben in der Wohnung, einen schönen Blumenstrauß oder Topfpflanzen. Sie mĂŒssen raus aus dem Grau, aus den Entzugssymptomen, aus der Dunkelheit. Licht ist gut. Öffnen Sie Fenster und TĂŒren und machen Ihre Wohnung hell. Entspannen Sie sich. Gehen Sie in die Volkshochschule und belegen einen Yoga-Kurs, ĂŒben Sie sich in autogenem Training, Thai Chi oder anderen fernöstlichen Techniken. Manche finden die richtige Muße beim Malen oder Stricken. Basteln Sie fĂŒr Weihnachten oder Ostern. Sie mĂŒssen buchstĂ€blich Ihren Körper fallen lassen. Tun Sie etwas fĂŒr Ihr Äußeres. Gehen Sie in Beauty-Studio oder auf die Wellness-Farm. Vielleicht eine neue Frisur, eine Gesichtsmaske, ManikĂŒre, Cremes und DĂŒfte. Ihr Körper braucht nach dem langen Nikotinkonsum eine Rund-Erneuerung. Vielleicht finden Sie Ihren Weg auch in der Meditation. Eröffnen Sie sich neue Sichtweisen, einen anderen Blick auf die Dinge.

Vorsicht mit dem Gewicht!

Bei aller VerĂ€nderung sollten Sie auf Ihr Gewicht achten. Wer aufhört zu rauchen, sucht Ersatzbefriedigung. Nicht selten findet er die bei Sahnetorten, Fruchtgummis und Pralinen. In der Regel nimmt – leider – der Ex-Raucher zu. Der Körper schreit nach Ersatz fĂŒr Nikotin und andere Giftstoffe im Körper. Sie mĂŒssen etwas gegen die Symptome von Entzug tun – und greifen zu Ersatz wie SĂŒĂŸigkeiten oder „Pommes rot-weiß“. Um das zu verhindern, planen Sie vor. Was könnten Sie statt der Kippe zwischen den Fingern nehmen? Was halten Sie von frischen Möhren-Vierteln, die Sie in einer Soße aus Yoghurt und KrĂ€utern tunken? Oder schneiden Sie sich ApfelstĂŒckchen. Ein MĂŒsliriegel oder Fruchtyoghurt tut es auch. Sie wissen ganz genau, dass die meisten Menschen nach dem Rauchstopp zunehmen. Also bereiten Sie sich darauf vor. Sie können sich natĂŒrlich auch als Ersatz etwas gönnen und dann mehr Sport betreiben. Dann mĂŒssen Sie aber konsequent bei der Stange bleiben und Ihr Trainingsprogramm auch wirklich einhalten. Wiegen Sie sich am besten tĂ€glich, damit Sie VerĂ€nderungen sofort erkennen und gegensteuern können. Am besten gehen Sie immer zur gleichen Zeit – am Morgen oder Abend – auf die Waage, immer unter gleichen Bedingungen, also: am Morgen vor dem FrĂŒhstĂŒck, am Abend vor dem Schlafen. FĂŒhren Sie Buch, am besten in Form einer Fiberkurve am KĂŒhlschrank. Die erinnert Sie garantiert an das Kilo zu viel, wenn Sie wieder einmal zwischendurch naschen wollen. Noch eins ist ganz wichtig: Halten Sie sich stur an feste Mahlzeiten. Die vielen Naschereien zwischendurch sind so gefĂ€hrlich. Die geraten schnell außer Kontrolle. Und wie gesagt: FĂŒr den Zigaretten-Ersatz ein SchĂ€lchen mit ApfelstĂŒcken auf den Schreibtisch, und schon wissen Sie, was Sie statt zu rauchen zu tun haben.

Aber: Allein die VerĂ€nderung des Stoffwechsels im Körper fĂŒhrt in der Regel schon zu ein bis drei Kilogramm Gewichtzunahme. Auch das können Sie zĂŒgeln – durch eine bestimmte Autosuggestion, also FormelsĂ€tze gegen das sinnlose Fressen – und durch eine spezielle Hypnose. Beide gehen an Ihr Unterbewusstsein heran und steuern quasi Befehle in Ihrem Gehirn um.

Ändern Sie Ihr Verhalten

Es sind ja oft nur die schlechten Gewohnheiten – nĂ€mlich nach dem Essen die Kippe zwischen den Fingern. Man sollte Menschen im Nikotinentzug einmal genauer beobachtet. Nicht selten halten sie wie Ihre Zigarette nun den Kugelschreiber zwischen Zeige- und Mittelfinger. Das sind instinktive Bewegungen, die sich ĂŒber die Jahre eingeprĂ€gt haben. Ändern Sie in kleinen Schritten Ihr Verhalten. Sie mĂŒssen nicht immer etwas in den HĂ€nden halten. Legen Sie endlich die „Zigaretten-Stellung“ ab. Auch Gewohnheiten kann man Ă€ndern – etwa indem Sie konsequent jeden Tag einen anderen Weg zur Arbeit fahren. Auf das Rauchen ĂŒbertragen bedeutet das: Sie sollten sich abgewöhnen, etwas zwischen den Fingern zu halten. Jedesmal, wenn Sie sich wieder dabei ertappen, werfen Sie einen Euro in die Spardose. Was meinen Sie, wie schnell Sie sich diese Unsitte abgewöhnen. Ganz abgesehen davon, dass Sie ein solches Verhalten als abhĂ€ngigen Waschlappen erscheinen lĂ€sst. Sie wollen doch ein ganzer Kerl oder eine Dame sein. Also benehmen Sie sich auch so und Ă€ndern schleunigst Ihr Verhalten.

Gönnen Sie sich einen Urlaub

Raus aus dem Mief und ab in eine andere Umgebung. Um die VerĂ€nderung in Ihrem Leben auch Ă€ußerlich deutlich zu machen, trennen Sie sich mal fĂŒr eine gewisse Zeit von den vier WĂ€nden und Ihrer gewohnten Umgebung. Fahren Sie in Urlaub, in die Berge oder ans Meer. Andere Luft und eine neue Umgebung tun Ihrem Körper und der Seele gut. Sie werden sehen, dass Sie mit dieser Einstellung auch Ihr Verhalten leichter Ă€ndern. Ihr Verlangen nach Zigaretten und ein möglicher RĂŒckfall geraten in weite Ferne. Tipp: Wenn Sie es sich leisten können, dann unternehmen Sie mal eine Schiffsreise. Sie haben stĂ€ndig frische Luft um sich herum und sind auf hoher See – quasi in einem großen Hotel, wo sowieso die Möglichkeiten zu rauchen begrenzt sind. Sie haben also gleich mit der Kreuzfahrt eine verordnete Rauchentwöhnung gebucht. Und ganz nebenbei steuern Sie dabei noch traumhafte StrĂ€nde und spannende Metropolen an. Versuchen Sie Ihr GlĂŒck im Spielcasino. Treffen Sie neue Leute und fĂŒhren anregende GesprĂ€che. Erweitern Sie Ihren geistigen Horizont. KnĂŒpfen Sie neue Kontakte.

Reisen bildet bekanntlich. Die wahnsinnigen EindrĂŒcke brennen sich Ihnen ins GedĂ€chtnis und lassen die Nikotinsucht leichter vergessen. Manche Ärzte raten gerade starken Rauchern zu einer Kreuzfahrt oder zu Workshops in Umgebung anderer Menschen, wo eben nicht geraucht werden darf, etwa beim Aquarellkurs in der Provence oder beim Kochen in der Toskana.

VersuchÂŽs mal mit den kleinen KĂŒgelchen

Viele Menschen schwören auf Homöopathie – die Heilkunst mit den kleinen weißen Globuli-KĂŒgelchen. Es gibt verschiedene Mischungen natĂŒrlicher Stoffe. Das Prinzip der Homöopathie beruht ja darauf, zu provozieren. Homöopathie arbeitet nach dem Ähnlichkeitsprinzip oder Simile-Prinzip: „Simila similibus curentur“ – „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“, wie sein Erfinder, der deutsche Arzt Samuel Hahnemann, meinte. Man mĂŒsse bei Gesunden Ă€hnliche Symptome hervorrufen wie bei Kranken – durch entsprechende Mittel, mit denen man dann Krankheiten heilen könne. Das aktiviere dann die eigene Körperabwehr. Diese Alternativmedizin hat sich in den letzten Jahren immer mehr ausgebreitet. Vor allem da, wo klassische Medizin mit ihrem Latein am Ende ist, erzielt man mit Homöopathie manchmal verblĂŒffende Erfolge, so auch bei Krebserkrankungen, Asthma oder chronischer Bronchitis. Insofern kann mit den KĂŒgelchen auch Entzugssymptomen begegnet werden wie auch Folgen des Rauchens wie Raucherhusten zum Beispiel. Wer sowieso schon eher auf alternative Methoden anspringt, wird auch fĂŒr seine Nikotinsucht hier Positives rausziehen können. Homöopathie ist deshalb hier nur verkĂŒrzt im Ergebnis dargestellt, welche AnsĂ€tze sie auch bei der Nikotinsucht haben kann. In Wirklichkeit ist Homöopathie ein höchst ausgeklĂŒgeltes System im so genannten Potenzierungsverfahren. Ihr Erfinder Hahnemann hat dazu ganze Tabellen mit MischungsverhĂ€ltnissen und VerdĂŒnnungen erarbeitet, die je nach Krankheit individuell auf die Patienten zugeschnitten werden können. Der Unterschied zur Schulmedizin besteht ja gerade darin, dass die Homöopathie viel individueller auf die einzelne unter Krankheit oder Beschwerden leidende Person zugeht. Homöopathen nehmen sich nachweislich mehr Zeit fĂŒr ihre Patienten und legen großen Wert auf eine ausfĂŒhrliche Anamnese, als die Erforschung der Vorgeschichte zu den Beschwerden. In der klassischen Medizin haben wir fĂŒr bestimmte Krankheitsbilder Pillen, Tropfen, ZĂ€pfchen oder Tees und Dragees, die dann je nach Art und Ausmaß der Symptome in entsprechender Dosierung verordnet werden, ohne sich den Patienten noch nĂ€her anzuschauen. Wer fĂŒr solche alternativen Methoden empfĂ€nglich ist, sollte sich mit seinem Heilpraktiker oder Homöopathen nĂ€her auseinandersetzen und die fĂŒr den Grad seiner Nikotinsucht richtige Lösung suchen. Manchmal muss man sich auch hier in Schritten herantasten. Allerdings soll auch erwĂ€hnt werden, dass Studien nach wissenschaftlichen Standards bisher keine ĂŒber einen Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit der Homöopathie nachgewiesen haben. So werden Erfolge einer Behandlung ihrem Umfeld und nicht dem Mittel selbst zugeschrieben – etwa dem Glauben des Patienten an die Wirksamkeit solcher Arzneimittel oder der QualitĂ€t der Beziehung zwischen Therapeut und Patient. Obwohl die klassische Medizin Homöopathie teils als Irrlehre verteufelt, machte sie weit ĂŒber 400 Millionen Euro Jahresumsatz. Das entspricht fast zehn Prozent aller rezeptfreien Arzneimittel in Deutschland. Insbesondere die teils kaum mehr nachweisbaren VerdĂŒnnungen werden dabei kritisiert. Und man muss wie auch bei der Schulmedizin festhalten: Viele Krankheiten und Beschwerden heilen von selbst. Die Zuwendung des Arztes oder Heilpraktikers bewirkt einen positiven unterstĂŒtzenden Effekt. Wer sich als Raucher an einen Homöopathen wendet, kann deshalb insbesondere auf guten Zuspruch setzen und eine UnterstĂŒtzung in seinem BemĂŒhen, nicht mehr zu rauchen, erfahren – also nichts anderes als das, was ein erfahrener Therapeut auch bietet. Und darin liegt der Vorteil gegenĂŒber der Schulmedizin schon, die ja oft keine Zeit fĂŒr den einzelnen Patienten hat. Insbesondere sieht die Homöopathie den Patienten ganzheitlich in allem: Psyche, Geist, Entwicklung, Krankheit, Symptome – wie ĂŒbrigens die aus der traditionellen chinesischen Medizin kommende Akupunktur auch (dazu spĂ€ter mehr).

Rauchentwöhnung in einem Tag durch Hypnose?

Manche Menschen kriegen einfach die Kurve nicht. Da können noch so gute Begleiter in der NĂ€he sein oder Therapeuten unterstĂŒtzen, es klappt einfach nicht. Man mĂŒsste sie eigentlich ĂŒber Wochen in ein kĂŒnstliches Koma versetzen und so dem Körper die Giftstoffe entziehen und sie auf diese Weise vom GlimmstĂ€ngel befreien. Ähnlich, nur verkĂŒrzt, könnte man das Prinzip einer Hypnose bezeichnen. Der Raucher wird von außen gesteuert, in Trance versetzt, und sein Unterbewusstsein wird umgepolt: von Raucher auf Nichtraucher. So einfach, wie es jetzt klingt, ist es nun doch nicht. Es bedarf schon mehrerer Hypnose-Sitzungen, um einen nachhaltigen Erfolg zu erreichen. Ob nicht doch der RĂŒckfall kommt, ist nicht ausgeschlossen. Und nicht jeder Mensch ist fĂŒr Hypnosen empfĂ€nglich. Wer sich innerlich dagegen strĂ€ubt, von jemandem fremd gesteuert zu werden, wird auch nicht so leicht in „Ohnmacht“ fallen.

Und dann ist da noch zu bedenken, dass die Giftstoffe im Körper ja nicht so einfach weggezaubert werden können. Die sind da und bleiben, und sie verursachen die Symptome des Entzugs. Die können Sie nicht weghypnotisieren. Aber die Hypnose greift den Zwang zu Nikotin dort an, wo er sich festklammert: im Kopf. Bei der Hypnose wird der „Patient“ in Trance versetzt. In diesem Zustand ist das Unterbewusstsein empfĂ€nglicher fĂŒr Suggestionen, also quasi fĂŒr VorschlĂ€ge, bisheriges Verhalten in ein anderes zu verĂ€ndern. Allerdings mĂŒssen Sie die VorschlĂ€ge positiv formulieren, damit sie auch bevorzugt umgesetzt werden, nĂ€mlich die innere Einstellung zum Rauchen zu verĂ€ndern und die Erwartungshaltung an ein rauchfreies Leben zu stĂ€rken. Die meisten Hypnotisierten versinken in eine tiefe Entspannung, in der ein Umdenken auf einer tieferen Ebene stattfindet. Darauf hat nĂ€mlich der „denkende Verstand“ keinen Einfluss. Daher sind Raucher nicht einfach willensschwach, sondern es fehlt ihnen nur eine unbewusste Strategie, eine schlechte Angewohnheit wieder loszuwerden. So wollen Hypnotiseure auch den Suchtfaktor des Nikotins widerlegen: Warum werden Passivraucher nicht sĂŒchtig? Weil es eben Kopfsache sei. Als Voraussetzung einer erfolgreichen Hypnose ist Ihr eigener und persönlicher Wunsch, dauerhaft Nichtraucher werden zu wollen, wichtig, meint der Hypnotiseur. Sie betrachten einen Ex-Raucher erst als Nichtraucher, wenn er nicht mehr ans Rauchen denkt. Erfahrene Hypnotiseure versprechen eine Raucherentwöhnung in kĂŒrzester Zeit. Allerdings seien Sie vorsichtig mit Internet-Angeboten „FĂŒr 230 Euro in zwei Tagen raucherfrei!“. Etwas mehr Zeit sollten Sie schon mitbringen und mitunter auch etwas mehr Geld. Ein Hypnotiseur ist nicht billig. Meist werden solche Angebote in der Gruppe ablaufen. Einzelstunden sind wesentlich teurer.

Es gibt aber etwas ganz Neues. Eine von Professor Dr. Revenstorff an der UniversitĂ€t TĂŒbingen entwickelte Hypnose verspricht „Rauchfrei durch Hypnose in einem Tag“. Seit 14 Jahren wird sie erfolgreich angewendet. Wissenschaftliche Untersuchungen bestĂ€tigten eine Erfolgsquote von 83 Prozent. Der klinische Suchtherapeut und Diplom-Soziologe JĂŒrgen Selzer aus Wiesbaden bietet sie zum Beispiel an. Er ist von der Bundeszentrale fĂŒr Gesundheitliche AufklĂ€rung zum Nichtraucher-Therapeuten nach dem Rauchfrei-Programm zertifiziert. Ein großer Vorteil besteht darin, dass seine als Nichtraucher entlassenen Patienten nicht das GefĂŒhl haben, auf etwas verzichten zu mĂŒssen – ein entscheidender Faktor beispielsweise gegen eine Gewichtzunahme nach dem Aufhören. Einzige Voraussetzung fĂŒr den eintĂ€gigen Kurs (von 13 bis 19 Uhr in Wiesbaden): Sie mĂŒssen das Rauchen aufgeben wollen und wĂŒnschen, Nichtraucher zu bleiben. Der Kurs muss mit 270 Euro selbst bezahlt werden, wovon die Krankenkassen zumindest einen Teil ĂŒbernehmen, und zwar den der verhaltenstherapeutischen Therapie. Bei einem möglichen RĂŒckfall sind in der KursgebĂŒhr maximal zwei RĂŒckfallanalysen von jeweils circa zwei Stunden kostenlos enthalten. Erstaunlich: Es gibt sogar eine Geld-zurĂŒck-Garantie fĂŒr 90 Tage oder man kann den Kurs ganz wiederholen. JĂŒrgen Selzer wendet eine medizinische Therapie-Hypnose nach Prof. Revenstorff an. Er legt wert darauf, dass die Form seiner Hypnose nichts mit den spektakulĂ€ren BĂŒhnenshow-Hypnosen zu tun hat, in denen Patienten reihenweise umfallen und zu den merkwĂŒrdigsten Dingen animiert werden. In seiner Hypnose bleiben die Patienten zu jedem Zeitpunkt Herr ihrer selbst und schlafen auch nicht ein. Sie befinden sich in einem DĂ€mmerzustand. Manche nicken dabei mal kurz ein. Diese medizinische Hypnose ist ein wissenschaftliches, von der Ärztekammer anerkanntes und hoch effektives psychotherapeutisches Verfahren. Dadurch werden Prozesse im Unterbewussten aktiviert und neue positive Vorstellungen (Suggestionen) sozusagen eingepflanzt. So kann man anhaltende GefĂŒhls- und VerhaltensĂ€nderungen erreichen. Keine negativen Nebenwirkungen, vom Patienten jederzeit kontrollierbar fĂŒhrt es auf keinen Fall – auch nicht versehentlich – dazu, dass die Persönlichkeitsstruktur verĂ€ndert wird. Insofern greift diese Art der Hypnose, in der es auch auf die vom Therapeuten gesprochenen SĂ€tze in einem bestimmten ruhigen, ja fast einschlĂ€fernden Tonfall ankommt, die eine besondere Motivation provozieren, auf Mittel der Autosuggestion oder der Suggestion zurĂŒck. Sie berĂŒhrt quasi das Unterbewusstsein, programmiert auf positive GefĂŒhle eines Lebens ohne Nikotin um. In der Kombination mit Verhaltenstherapie, die ja bei Sucht sehr erfolgreich ist, wird das Rauchen als erlerntes Verhalten angenommen, was unter fachgerechter Anleitung auch wieder verlernt werden kann. SĂŒchtige Denkstrukturen wie „Ich rauche gern“ können so verĂ€ndert werden. Das Rauchen verliert seinen Reiz. Last but not least macht das neuro-linguistische Programmieren die Kombination so effektiv. Hypnose – KVT – NLP zusammen mit Gesundheitsberatung in Gruppen von maximal 14 Teilnehmern machen in sechs bis sieben Stunden an einem Sonntagnachmittag aus einem Raucher einen Nichtraucher, wobei sehr auf die individuellen Unterschiede jedes einzelnen eingegangen wird. So das Versprechen der Anbieter. Kostenpunkt: 270 Euro. Wer aber zig erfolglose Versuche hinter sich hat oder sehr starker Raucher ist und schon körperlich unter seiner Sucht leidet, der könnte es sich ĂŒberlegen.

Raucherfrei durch Akupunktur?

Mit Akupunktur lĂ€sst sich ja heutzutage schon einiges erreichen: schmerzfrei, keine MigrĂ€ne mehr, ja selbst gegen Depressionen und Angst hilft die Kunst mit den feinen NĂ€delchen, die an bestimmte Punkte des Körpers gesetzt werden. Sie war lange der TCM vorbehalten, der traditionellen chinesischen Medizin. Mittlerweile hĂ€lt sie auch Einzug in unsere klassische Schulmedizin – fĂŒr ganz bestimmte Anwendungen wie Schmerzen und Ängste. Ihre Erfolge sind anerkannt, werden sie doch teils von den Kassen ĂŒbernommen. NatĂŒrlich kann man mit Akupunktur Entzugserscheinungen abmildern wie SchweißausbrĂŒche, Zittern, Kopfschmerzen, Kreislaufstörungen und mehr. Es gibt sogar eine spezielle Raucher-Akupunktur. Auch das Verlangen nach Nikotin, der Suchtfaktor also, lĂ€sst sich mit Akupunktur dĂ€mpfen. Sie schaltet aber nicht den Raucher auf Nichtraucher um. Aber Akupunktur hilft beispielsweise dabei, SchweißausbrĂŒche, Schlafstörungen, Nikotinhunger, NervositĂ€t, ĂŒbermĂ€ĂŸigen Appetit, Gewichtzunahme und körperliche Unruhe abzumildern. Hierzu wĂ€hlt man meistens eine beruhigende Akupunktur. Man setzt die NĂ€delchen an den Ohrpunkten an. Die sehr feinen Nadeln sind bei der ersten Behandlung nur sehr wenig, spĂ€ter gar nicht mehr zu spĂŒren. Man kann die Ohrakupunktur mit Körperakupunktur kombinieren. Man setzt dazu Nadeln auf Punkte, die auf Lunge, Magen und Psyche wirken. Die eingesetzten Nadeln lassen sich manuell oder elektrisch stimulieren. Auch Dauernadeln sind einsetzbar, die bis zu einer Woche an den Punkten belassen werden. Das könnte man sich etwa zu Beginn einer Raucherentwöhnung vorstellen.

Mittlerweile hat sich auch die Akupunktur weiterentwickelt. Es gibt inzwischen Laser- und Elektroakupunktur. Das Prinzip ersetzt die Nadeln durch winzige Laserstrahlen oder Elektroimpulse genau an den Punkten, an denen auch Akupunktur wirkt, und damit Reize auslöst. Alle setzen auf die ganzheitliche Betrachtung des Menschen und sind deshalb mit anderen naturheilkundlichen Verfahren kombinierbar. Der Laser stabilisiert dabei die Zellmembran, die unter dem Laserstrahl neu aufgeladen wird. Laser regen den Stoffwechsel an und setzen bioaktive Stoffe frei, die den Heilungsprozess fördern. So wirkt der Laserstrahl abschwellend, degenerierend, durchblutungsfördernd und schmerzlindernd. Sie sehen also, welche positiven Wirkungen daraus auch Menschen im Nikotinentzug ziehen können. Da Laserakupunktur absolut schmerzfrei ist, kann sie besonders bei schmerzempfindlichen Patienten eingesetzt werden.

Gibt es eine Rauchfrei-Spritze?

Ja es gibt sie. Nur ein Arzt darf sie allerdings einsetzen, kein Heilpraktiker also. Der Allgemeinmediziner Johann Kees hat selbst 20 Jahr lang tĂ€glich bis zu 40 Zigaretten geraucht. Seit 13 Jahren ist er rauchfrei. Er hat ein Rauchfrei-Seminar entwickelt und ist heute ein erfahrener und zertifizierter Nichtraucher-Trainer. Seit ĂŒber zehn Jahren bietet er Rauchfrei-Kurse an, in denen die Teilnehmer in kleinen Gruppen bis maximal 25 Teilnehmer ihr Denken ĂŒber ihre Nikotinsucht verĂ€ndern. Er stĂ€rkt dabei ihren Willen, endlich Nichtraucher und rauchfrei zu werden.

Johann Kees entwickelte außerdem die aus Frankreich stammende Nichtraucher-Spritze zur Rauchfrei-Spritze. Das Wirkungsprinzip ist, dass diese Spritze, die nur Kees als Arzt anwenden darf, die gefĂŒrchteten Entzugserscheinungen fast ganz nimmt. Sie ermöglicht so dem Raucher viel leichter das Umdenken im Kopf zu einem rauchfreien Leben, ohne die Angst der schrecklichen Symptome von Entzug zu haben. Durch die individuelle Behandlung in kleinen Gruppen erreicht Kees eine Erfolgsquote von 80 Prozent. Zudem garantiert er eine kostenlose Nachbehandlung bei einem RĂŒckfall bis zu sechs Monate lang. Er ist davon ĂŒberzeugt, dass Nichtraucher zu werden nun endlich zuverlĂ€ssig möglich sei – und das mit einer sehr hohen Erfolgsrate.

Online-Rauchentwöhnung, Nichtraucher-Portal

NatĂŒrlich treffen sich in so genannten Nichtraucher-Portalen Gleichgesinnte, die das Rauchen aufgegeben haben. Sie alle wollen sich im regelmĂ€ĂŸigen Kontakt darin bestĂ€rken, bei der Stange zu bleiben und nicht wieder rĂŒckfĂ€llig zu werden. Wer selbst einmal betroffen war, kann die besten Tipps und RatschlĂ€ge geben, weil er seine eigenen Erfahrungen mit dem Thema gemacht hat – und jeder hat andere und dabei seinen eigenen Weg gefunden. Aber in der Summe kommen eine Menge Informationen zusammen. Theorie ist ja bekanntlich grau – so lange nicht Erfahrungen aus der Praxis dazukommen. Alle, die schon einmal das Rauchen aufgegeben haben, sind auf ihre Art Experten. Und jeder hat dabei unterschiedliche Wege gefunden. Doch sie können Tipps beinhalten, die gerade jemandem, der es versucht, helfen. Neben den Internet-Foren bieten Suchtkliniken und wie oben schon angerissen Selbsthilfegruppen regelmĂ€ĂŸige Treffen, in denen sich Betroffene gegenseitig motivieren können. Man geht weg von der Einzeltherapie. Sie wird auch immer seltener von den Krankenkassen bezahlt. Dagegen setzt sich mehr der Trend durch, Menschen in Gruppen mit gesellschaftlichem Querschnitt zu bringen. Unser Leben ist nun mal kein Eremitendasein, sondern wir befinden uns ĂŒberall in Gruppen und Gemeinschaften, in denen wir uns anpassen, aufeinander RĂŒcksicht nehmen und auch durchsetzen mĂŒssen. Sie sollen sich artikulieren, ihr Verhalten Ă€ndern – eben auch mit dem Rauchen aufhören, denn unsere Welt wird immer rauchfreier. Insofern ist die Auseinandersetzung in der Gruppe auch ĂŒber den Nikotingenuss echt hilfreich. DarĂŒber hinaus haben Selbsthilfegruppen große Erfolge. Oft sitzt ein erfahrener Therapeut in der Runde, der die GesprĂ€che ein wenig lenkt und anschiebt. Solche Gruppen finden meist ambulant statt, werden von Beratungsstellen gegen SuchtprĂ€vention angeboten, auch von Krankenkassen, Gesundheitsdiensten oder Volkshochschulen. Selbst wer mit dem Rauchen aufgehört hat, kann aus solchen Treffen immer noch UnterstĂŒtzung dabei ziehen durchzuhalten. Sie helfen gegen den RĂŒckfall.

In der Gruppe fĂ€llt es leichter, mit dem Rauchen aufzuhören. Dennoch versuchen es die meisten Raucher zunĂ€chst einmal alleine. Die Erfolgsquote beim ersten Versuch liege allerdings nur bei drei bis sechs Prozent, wie Prof. Stephan MĂŒhling, Psychologe, Suchtforscher und Leiter der Raucherambulanz an der Technischen UniversitĂ€t Chemnitz, herausgefunden hat. Durchschnittlich brauche jemand nach den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien durchschnittlich fĂŒnf AnlĂ€ufe, um dauerhaft vom Rauchen loszukommen. Professor MĂŒhling hĂ€lt auch das schrittweise Aufhören mit Tabakkonsum fĂŒr einen Selbstbetrug, weil man die psychische AbhĂ€ngigkeit so einfach nur lĂ€nger aufrecht erhalte. Deshalb hĂ€tten auch die meisten Betroffen mit der Schlusspunkt-Methode mehr Erfolg, also vom einen auf den anderen Tag aufhören. Er setzt sich damit klar von dem schrittweisen Aufhören ab. Jeder muss fĂŒr sich selbst den richtigen Weg finden. Hier sind verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt.

MĂŒhling verweist darauf, dass die Gruppe einerseits RĂŒckhalt bietet, andererseits aber auch hilfreichen sozialen Druck ausĂŒbt, wirklich durchzuhalten. Er selbst leitet solche Kurse. Allerdings muss man die Kosten – etwa 150 bis 300 Euro fĂŒr fĂŒnf- bis zehnstĂŒndige Kurse – selbst bezahlen. Pro Jahr gibtÂŽs einen Zuschuss von 75 Euro von den gesetzlichen Kassen. Das sollte einem aber die eigene Gesundheit wert sein, zumal man bei Erfolg auch viel Geld spart.

Es gibt inzwischen auch Online-Raucherentwöhnungskurse. Erfahrene Trainer begleiten Sie dabei, Schritt fĂŒr Schritt mit dem Nikotingenuss aufzuhören. Sie bekommen wöchentlich oder tĂ€glich Mails, die aufeinander aufbauen – Ă€hnlich wie Sprachkurse in Lektionen eingeteilt sind. Allerdings muss man schon sehr diszipliniert sein, um da erfolgreich mitzumachen. Die Gefahr: Man ist alleine mit seinem Computer, und Text ist ja bekanntlich geduldig. Man geht nicht so konsequent an die Sache und findet schnell einen Grund, mal eine Mail zu ĂŒbersehen – und dann hat sich der Online-Anti-Raucherkurs schon erledigt. Man hat also nicht so sehr den Druck. Allerdings könnte das etwas fĂŒr viel gestresste Manager oder Workaholics sein, die sowieso viel am Computer sitzen. Statt nebenbei eine Zigarette zu rauchen, kann man ja auch eine Mail lesen und den Kurs erfolgreich fortsetzen.

Von einem Rauchfrei-Trainer haben wir oben schon gehört. Ja, es gibt sie wirklich – einen speziellen Coach, der einem nur beibringt, von der verdammten Zigarette wieder loszukommen. Sie bieten Kurse meist in Gruppen an. Man kann sie aber auch als Einzeltrainer buchen, quasi als Personal Coach. Sie haben meistens psychologischen Background mit Schwerpunkt Suchtverhalten und Suchtherapie.

Man kann es nicht oft genug erwĂ€hnen: Der RĂŒckfall kann Sie auch noch nach Jahren wieder ereilen. Deshalb bereiten Sie sich darauf vor, dass der kleine Teufel wieder aufkreuzt und eine Kippe anbietet. Gehen Sie ihm und gehen Sie vor allem Situationen aus dem Weg, die Sie in Versuchung bringen könnten. Meiden Sie Orte und Menschen, von denen Sie wissen, dass dort der Nikotinteufel droht. Und meiden Sie RĂ€ume, in den RauchrĂŒckstĂ€nde wahrscheinlich sind, also Kneipen, in denen frĂŒher geraucht wurde, CafĂ©s, Bars und andere. Seien Sie da konsequent und verweigern Sie sich auch zum Beispiel als SekretĂ€rin, in ein Raucherzimmer „mal eben“ Unterlagen hineinzubringen oder den Chef zu holen. Passivrauchen ist genauso gefĂ€hrlich wie der aktive Konsum. SchĂŒtzen Sie sich konsequent gegen jede BerĂŒhrung mit dem Nikotin und anderen schĂ€dlichen Stoffen, gegen den Zigarettenqualm.

Apropos Zigarettenqualm: NatĂŒrlich gibt es auch Pfeifen und Zigarren, Zigarillos und selbst gedrehte Zigaretten. Überall ist Nikotin enthalten, und der macht sĂŒchtig. Bei Pfeifen und Zigarren sind Sie sogar einer viel grĂ¶ĂŸeren Qualm-Menge ausgesetzt. Glauben Sie auch nicht den MĂ€rchen, dass man ja Pfeifen und Zigarren nur schmauche und nicht inhaliere. Die Unmengen von Qualm setzen sich in Kleidung und Haaren sowie den RĂ€umen fest, in denen sie konsumiert werden. Über den Qualm nehmen Sie auch die Schadstoffe auf. Ihre Haut wird vielleicht noch weitaus mehr durch die Mengen geschĂ€digt. Und Sie haben wahnsinnige Mengen an Qualm in Ihrem Mund. Auch der Hinweis, Zigarren seien „nur“ aus wertvollen und reinen Tabakpflanzen-BlĂ€ttern gedreht, ist Quatsch. Wissen Sie, ob die wirklich so naturrein und nicht gespritzt sind? Gut, dem Zigaretteninhalt ist noch viel mehr beigemischt. Aber auch beim Glimmen der Zigarre entwickeln sich zusĂ€tzliche Schadstoffe. Also machen Sie sich nichts vor: Lassen Sie die Finger von allem, was mit Nikotin und Rauchen zu tun hat. Nehmen Sie den kompletten Nichtraucherschutz ernst und bestehen Sie darauf, nachhaltig vom Passivrauchen ausgeschlossen zu werden. „Mein Leben gehört mir, und dass lass ich mir durch niemanden schĂ€digen!“

Prime Preis: € 10,99 DETAILS ZEIGEN & VERGLEICHEN
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

NIKOTIX | C30 Globuli | Nichtraucher | radionisch informiert | 100% natürlich und vegan
von HEGG
  • NIKOTIX : SorgfĂ€ltig ausgewĂ€hlte Rohstoffe ✔ Caladium seguinum, Drosera rotundifolia, Nicotinum, Natrium arsenicosum, Tabacum ✔ Das Orgininal ✔ Mit Bio-Saccharose fĂŒr Frauen und MĂ€nner radionisch und bioenergetisch informiert ✔ Entscheiden Sie sich gegen Rauchen ✔
  • C30 GLOBULI : Wenn Sie mir dem Rauchen aufhören wollen ist dies bereits der erste große Schritt ✔ 10g Globuli der GrĂ¶ĂŸe 3 ✔ Circa 1200 StĂŒck je Braunglasflasche ✔ Geeignet fĂŒr bis zu zwei Powerkuren ✔
  • 100 % VEGAN : 10-15 Globuli in einer Flasche mit stillem Wasser auflösen und ĂŒber den Tag verteilt trinken ✔ Alternativ 10 Globuli langsam auf der Zunge zergehen lassen. Über mehrere Wochen einnehmen ✔
  • FÜR SIE UND IHN : Das Rauchen schlecht fĂŒr das allgemeine Wohlbefinden ist, ist schon seit langem bekannt und wissenschaftlich belegt ✔ Starten Sie noch heute mit Nikotix ✔
  • MADE IN GERMANY : Made in Germany ✔ Wir legen Wert auf höchste QualitĂ€t, deshalb lassen wir unsere Produkte ausschließlich in ausgewĂ€hlten ProduktionsstĂ€tten in Deutschland herstellen (Bio- und GMP) ✔
Prime Preis: € 17,95 DETAILS ZEIGEN & VERGLEICHEN
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

SMOKE-X Nichtraucher Kapseln, Rauchen aufhören und endlich Nichtraucher werden, Raucherentwöhnung formuliert von Suchtexperten, 60 Kapseln
von Biovetia AG
  • ✅ NICHTRAUCHER: Nichtraucher werden und Nichtraucher bleiben! Die weltweit einzigartige Formel von SMOKE-X hilft schnell und sicher um mit dem Rauchen aufzuhören!
  • ✅ RAUCHEN AUFHÖREN: Leben ohne Raucherhusten! Gegen das Zunehmen beim Rauchen aufhören empfehlen wir BURN-XP Kapseln einzunehmen!
  • ✅ ENDLICH NICHTRAUCHER: Endlich Nichtraucher werden (auch in Kombination mit Buch von Allen Carr) mit den pflanzlichen Kapseln SMOKE-X!
  • ✅ RAUCHERENTWÖHNUNG: Schneller Raucherentwöhnung erfolgreich beenden ohne Nebenwirkungen oder Entzugserscheinungen! SMOKE-X ist kombinierbar mit Hypnose, App, Spritze, Nikotinpflaster, Spray, Globuli, Tabletten.
  • ✅ QUALITÄT: Hergestellt in Deutschland HACCP Zertifikat ausgezeichnet. Die Garantie fĂŒr unbelastete, reine Rohstoffe mit effektiver Wirkung!
Prime Preis: € 19,90 DETAILS ZEIGEN & VERGLEICHEN
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

NICORETTE Spray mit fruit & mint Geschmack – Rauchen aufhören mit Nikotinspray – 1 Spray ersetzt bis zu 150 Zigaretten – zur Raucherentwöhnung
von Johnson & Johnson GmbH (OTC)
  • MIT DEM RAUCHEN AUFHÖREN – Gemeinsam mit Ihrer Willenskraft können Nikotinersatzprodukte wie das Nicorette Spray beim Aufhören mit dem Rauchen unterstĂŒtzen
  • SCHNELLE WIRKUNG – Nicorette Spray hilft schnell, es lindert Rauchverlangen in nur 30 Sekunden mit 2 SprĂŒhstĂ¶ĂŸen, klinisch belegt
  • FRUIT & MINT GESCHMACK – das fruit & mint Spray schmeckt fruchtig-frisch und milder als das mint Spray, 54% der 124 Befragten stimmen zu, Konsumentenbefragung, Johnson & Johnson GmbH 2016
  • IM VORTEILSPACK ERHÄLTLICH – 1 Nicorette Spray ersetzt bis zu 150 Zigaretten, das Nikotinspray ist im Vorteilspack mit 2 Sprays und als Einzelpackung erhĂ€ltlich
  • Pflichtangaben zu Nicorette Spray zur Raucherentwöhnung finden Sie unten, zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker
 Preis: € 54,54 DETAILS ZEIGEN & VERGLEICHEN
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

JISHAKU Magnet-Anwendung, EINFACH NICHTRAUCHER Original asiatische Stimulation mit Magneten, FREEGIFT Finger-Massage-Ring, Nikotinfrei, Rauchen aufhören, Anti Raucher, Raucherentwöhnung
von JISHAKU
  • ORIGINAL Magnet-Anwendung von "JISHAKU" – Endlich Nichtrauchen, asiatische Magnet-Applikation!
  • Stimulation durch energetisierten Magnete von "JISHAKU". Schnell, sicher und effektiv!
  • Durch das unauffĂ€llige Design und die geringe Grösse von 1x5mm und 1x8mm fĂ€llt der Magnet kaum auf, die goldene FĂ€rbung lĂ€sst ihn modisch wirken.
  • FREE GIFT Stressfrei-Finger-Massage-Ring zur zusĂ€tzlichen UnterstĂŒtzung in Momenten akuter Anspannung
  • Frei von Nikotin, Nicht Rauchen, Rauchentwöhnung, Anti Rauchen, Rauchfrei, Stressfrei, Magnet, Ohr Magnet, Entspannung, Endlich Nichtraucher!
Prime Preis: € 12,99 DETAILS ZEIGEN & VERGLEICHEN
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten